Coop
Verteilzentrum in Schafisheim: Der neue Prestigebau von Coop verursacht Probleme

In den Filialen fehlen Fleisch und Milch. Mitarbeiter klagen. Der Händler gelobt Besserung.

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Das neue Verteilzentrum in Schafisheim ist eröffnet, doch die Auslieferung der Waren läuft noch nicht nach Plan. Archiv/Sandra Ardizzone

Das neue Verteilzentrum in Schafisheim ist eröffnet, doch die Auslieferung der Waren läuft noch nicht nach Plan. Archiv/Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Der neue Coop-Verteilzentrum, das diese Woche eröffnet wurde, kämpft mit Problemen, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet. Am Mittwoch weihten Coop-Präsident Hansueli Loosli und CEO Joos Sutter das neue Logistikzentrum ein.

Sogar Bundesrätin Doris Leuthard kam am Mittwoch nach Schafisheim. Die Bauzeit des grössten, 600 Millionen Franken teuren Coop-Verteilstandort für den Raum Zürich, Nordwest- sowie Zentralschweiz hatte drei Jahre gedauert.

Doch so manchem Coop-Mitarbeitenden ist nicht zum Feiern zumute. «Das neue Verteilzentrum verursacht bei uns massive Probleme», sagt ein Filialleiter im Aargau gegenüber der „Schweiz am Sonntag“.

Immer wieder würden Fleisch- und Molkereiprodukte fehlen. «Ich habe gehört, dass das Problem ein Kälteautomat sei, der vollautomatisch die Ware zusammenstellt.» Dieser sei seit Anfang Mai in Betrieb und stelle Waren für die Läden in den Regionen Basel, Aargau und in der Innerschweiz zusammen.

Die Umstellung für die Region Zürich sei wegen der Probleme hinausgeschoben worden. Teilweise müssten die Lastwagen halb leer losfahren. Für die Warenverteilung habe Coop deshalb zusätzlich private Transportfirmen engagieren müssen. Auch der Leiter einer grossen Filiale in Basel ist unzufrieden. «Es ist nun schon mehrmals vorgekommen, dass wir zum Beispiel kein Roastbeef, Halbrahm oder Schafsmilch in den Regalen hatten, auch an Samstagen, unserem wichtigsten Verkaufstag», sagt er in der „Schweiz am Sonntag“.

Die Probleme führten zu einem vergifteten Klima: «Viele meiner Mitarbeitenden sind gestresst und schreien sich gegenseitig an, weil sich die Kunden bei ihnen beschweren.» Coop-Sprecher Urs Meier will nicht verraten, wo genau das Problem liegt, und wie gross die Umsatzeinbussen sind.

Er sagt nur: «Ein Wechsel auf ein neues System ist immer eine Herausforderung. Es gab in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Umstellung auf die Verkaufsregionen Nordwestschweiz und Zentralschweiz in einzelnen Verkaufsstellen Anpassungsschwierigkeiten.» Diese seien in der Zwischenzeit grossmehrheitlich überwunden worden.