Schloss Hallwyl
Verstärkte Zusammenarbeit soll die Oper in der Region besser vernetzen und verankern

Dank eines engen Schulterschluss mit dem Orchester Argovia Philharmonic kann das Seetal künftig von mehr Konzerten profitieren.

Fritz Thut
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Team der Schlossoper Hallwyl
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Christoph Risi, Produktionsleiter der Schlossoper Hallwyl

Team der Schlossoper Hallwyl

Chris Iseli

Bereits im nächsten Sommer wird mit diversen, verschiedenartigen Konzerten die Region um den Hallwilersee auf die nächste Produktion der Oper Schloss Hallwyl eingestimmt.

Dies ist einer der zentralen Punkte, die eine vertiefte Zusammenarbeit von Argovia Philharmonic, dem früheren Aargauer Symphonie-Orchester, und der Trägerschaft der alle drei Jahre stattfindenden Schloss-Opern mit sich bringt.

Für Esther Egger, Präsidentin des Trägervereins Oper Schloss Hallwyl, ist dieser engere Schulterschluss eine logische Folge der jetzt schon guten Zusammenarbeit, war doch Argovia Philharmonic «schon bisher unser Opernorchester». Künftig ist dieser Leuchtturm des Kulturkantons Aargau für die künstlerische Leitung der Schloss-Oper zuständig.

Pop-up-Konzerte um den See

Wie Christian Weidmann, Intendant von Argovia Philharmonic, gestern bei der Bekanntgabe der intensiveren Kooperation erläuterte, ist seine Organisation nicht nur für die künstlerische Seite der eigentlichen Opernproduktionen verantwortlich, sondern sieht das Engagement in einem grösseren Zusammenhang: So wie sich das Orchester in den letzten Jahren mit innovativen Projekten «raus aus den Sälen, direkt zum Publikum» bewegte, soll die Schloss-Oper in der Region besser vernetzt werden. Weidmann: «Alles zielt in Richtung einer besseren Verankerung in der Bevölkerung.»

Opern-Voting: Das Publikum kann wählen, welche Oper 2018 im Schloss Hallwyl gespielt werden soll

Wunschkonzert einmal anders: Die Öffentlichkeit kann bis am 21. August bestimmen, welche Oper im Sommer 2018 im Hof von Schloss Hallwyl gespielt werden soll. Zur Wahl stehen drei Klassiker: «La Cenerentola» von Rossini, «Don Giovanni» von Mozart und «L’Elisier d’Amore» von Donizetti. An einem «kleinen Opernabend» wird am 25. August um 18 Uhr im Schloss Hallwyl das Ergebnis bekannt gegeben. (tf)

«La Cenerentola» von Gioacchino Rossini
Angelina lebt zusammen mit ihrem Stiefvater Don Magnifico und seinen beiden Töchtern Tisbe und Clorinda. Von diesen wird sie stets gepiesackt. Fürst Don Ramiro – inkognito auf Brautschau – zieht in dieser Aschenputtel-Geschichte die warmherzige Angelina den beiden Zicken vor.

«Don Giovanni» von W. A. Mozart
Der notorische Casanova Don Giovanni tötet in einem Duell den Komtur, den Vater von Donna Anna, einer seiner Gespielinnen. Nach etlichen weiteren Abenteuern verlangt die Stimme des toten Komturs vom Titelhelden Reue. Vergeblich. Zur Strafe fährt Don Giovanni zur Hölle.

«L’ Elisir d’Amore» von Gaetano Donizetti
Nemorino, ein einfacher Bauer, hat sich in die schöne und reiche Adina verguckt. Diese schwärmt vom Liebestrank der Königin Isolde. Während ein Sergeant seiner Angebeteten schöne Augen macht, lässt sich Nemorino von einem Händler Wein als Zaubertrank andrehen.

Mindestens ein Jahr vor der nächsten Opern-Premiere im idyllischen Hof von Schloss Hallwyl am 27. Juli 2018 sind verschiedene Pop-up-Konzerte im Seetal vorgesehen, um potenzielle Besucher «auf die Produktion aufmerksam zu machen». Weidmann hat noch keine konkreten Daten, doch viele Ideen. Ein intimer Liederabend in einem Lokal kommt für ihn ebenso infrage wie etwa ein lauschiges Picknick-Konzert.

Eine zusätzliche Möglichkeit zur Verankerung der Oper Schloss Hallwyl in der Öffentlichkeit ist die geplante Etablierung eines Festivalchors. Rekrutierungspotenzial für Sängerinnen und Sänger bieten hier sicher die traditionellen Operettenbühnen in der Region.

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