«Mein absolutes Highlight», sagt ein begeisterter Besucher der Garage. Daselbst spielt das «Ausnahmsweiseohnemeinensohnspielichheuertrotzdemeinenton Orchestra» von Ruedi Häusermann, Mitbegründer des Openairs mit dem geschützten, schwerzüngigen Namen Metschgplatsch. Bereits die Affiche macht schmunzeln: «Hochkomplexes Liedgut zum Eidg. Beatlesgedenktag».

Verspieltes gab es in der Garage zu hören

Der Anfang ist gewöhnungsbedürftig. «Was ist das?», fragt Häusermanns Enkel. Ungewohnte Laute, Geräusche improvisiert. Bis sich «Lovely Rita» entpuppt, dann «When I’m 64» sich aus dem Klangteppich aalt, «Help», «Nowhere Man». Als Häusermann zur Melodie von «Obladi, Oblada» eine Zeile «Yesterday» singt, setzt Instrumente-Erfinder Philipp Läng noch einen drauf. Mit Föhn und leeren Flaschen spielt er den Refrain. Eine witzige halbe Stunde mit einem verspielten Quartett, das Herwig Ursin (Trompete, Handharmonika) und Marco Käppeli (Schlagzeug) vervollständigen. Ein Hörhochgenuss.

Die Organisatoren des 41. «Metschgplatsch»-Openairs setzen mit ihren acht Acts auf Abwechslung. Punkrock, Psychedelisches, Reggae, Blues haben da ebenso Platz wie Richard

«El Mariachi Flores», ein Quintett, teils mexikanisch sombrerobehutet und in einschlägiger Tracht – nur der Harfenist trägt Turnschuhe – wartet auf der Saalbühne hinter den Arkaden mit feurigen Rhythmen auf, zuweilen mit melancholischer Schlagseite. «Nicht Gorgonzola!», sagt die Sängerin. Die Gruppe spielt «Cielito Lindo», einen Ohrwurm, der als «Ei, ei, ei, ei, immer nur Gorgonzola» hierzulande populär ist. Der Harfenist begeistert ebenso wie der Trompeter, und als die Sängerin im Publikum mittanzt, erreicht die Stimmung einen Höhepunkt.

Klar will das Publikum noch Zugaben

Je später der Abend, desto enger stehen die Leute auf dem Metzgplatz; die Buben und Mädchen, die in Harassen die leeren Flaschen, an diesem lauen Abend vor allem bierige, einsammeln, können einem leidtun. Das «Flo Bauer Blues Project» überzeugt mit satten Rhythmen und dem erst 20-jährigen Leadgitarristen Flo Bauer aus Frankreich, der sein Instrument in seinen Soli keineswegs schont und nicht nur schnell, sondern auch einfühlsam spielt. Und seine Mitspieler an Bass, Keyboard und Schlagzeug erhalten Gelegenheit, solistisch zu brillieren. «Wollen Sie noch ein?», radebricht Flo Bauer. Klar will das Publikum noch eine Zugabe.