Kanton Aargau
Versiffte Asylunterkunft in Holderbank: «Die Leute tragen dazu bei, dass es so aussieht»

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Schimmelnder Vorhang, Algen-Befall an den Wänden: Die Duschen in der Asylunterkunft Holderbank
17 Bilder
Heftiger Algen- und Schimmel-Befall an der Decke der Dusche
Dusche, Toiletten, Waschraum: Blick in die sanitären Anlagen in Holderbank
Schimmel birgt gesundheitliche Risiken: Die Bewohner sind einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfektionen und Asthma ausgesetzt
Die Asylunterkunft in Holderbank
Zwei schimmelnde Duschen sind für 38 Männer gedacht
Der Waschraum für 38 Männer: kaputter Spiegel, fehlende Seife
Ein Pissoir und drei Toiletten für 38 Menschen: Es riecht nach Urin und Algen
Auch in der Küche sieht es nicht besser aus: Allgenbefallende Wände, Jahre alte Leitungen, Dreck
Küchenutensilien gibt es wenige: Vielen vorhandenen Pfannen fehlen Henkel und Griffe
Geschirr für 38 Menschen gibt es nicht
Die Wände im ganzen Haus sind verschmiert
Die Küchenlampe wird nicht repariert
Die Männer von Holderbank zeigen bereitwillig alle ihre Zimmer
In diesem Zimmer schlafen sechs Männer: Für Privatsphäre sorgen einzig die Leintücher über den Kajütenbetten
Die Elektrizität ist unorganisiert
Aussenansicht: Die Asylunterkunft an der Hauptstrasse in Holderbank

Schimmelnder Vorhang, Algen-Befall an den Wänden: Die Duschen in der Asylunterkunft Holderbank

watson.ch

Drei Dutzend abgewiesene und ausreisepflichtige Asylbewerber leben in einer Unterkunft in Holderbank im Kanton Aargau unter prekären Umständen. Das sei "auf die Dauer kein Zustand", räumt das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ein.

Mangels Alternativen müsse jedoch im Augenblick auch eine solche Liegenschaft genutzt werden, sagte Balz Bruder, Mediensprecher des DGS, am Montag auf Anfrage.

Das Onlineportal watson veröffentlichte am Montag einen Bericht über die Zustände im zweistöckigen Haus an der Hauptstrasse in Holderbank. Auf Bildern sind sanitäre Räume mit Algen und Schimmel an den Wänden sowie Decken zu sehen. Auch die Küche sieht auf den Fotos sehr schmutzig aus.

Die Liegenschaft werde immer wieder instand gestellt, hält Bruder fest: "Die Zustände, die da abgebildet sind, sind auf die Dauer nicht haltbar."

Wenn die Infrastruktur besser wäre, wäre es einfacher Sauberkeit und Ordnung gewährleisten zu können. Die Leute, die im Haus lebten, würden jedoch "nicht unwesentlich dazu beitragen, dass es so aussieht".

Man habe in den kantonalen Unterkünften das Prinzip, dass die Leute grundsätzlich selber für Ordnung und Sauberkeit zuständig seien. Dieses Prinzip bewähre sich in der Regel sehr. Es gebe selbstverständlich auch in Holderbank eine Hausordnung, hielt der Mediensprecher des Departements von Susanne Hochuli (Grüne) fest.

Unterkunft in Holderbank soll abgelöst werden

Der Kanton Aargau betreibt in Holderbank und in Oftringen je eine Unterkunft für abgewiesene Asylsuchende. Jede Person erhält als Nothilfe 7.50 Franken pro Tag.

Der Kanton ist seit mehr als zehn Jahren Mieter des Hauses in Holderbank. Die Polizei führte mehrfach Kontrollen durch und stellte Drogen sicher.

Der Kanton möchte die Notunterkunft in Holderbank in absehbarer Zeit schliessen. Er plant Grossunterkünfte mit einer separaten Unterbringung von ausreisepflichtigen Asylsuchenden.

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