Startseite
Aargau
Lenzburg
Drei Dutzend abgewiesene und ausreisepflichtige Asylbewerber leben in einer Unterkunft in Holderbank im Kanton Aargau unter prekären Umständen. Das sei "auf die Dauer kein Zustand", räumt das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ein.
Mangels Alternativen müsse jedoch im Augenblick auch eine solche Liegenschaft genutzt werden, sagte Balz Bruder, Mediensprecher des DGS, am Montag auf Anfrage.
Das Onlineportal watson veröffentlichte am Montag einen Bericht über die Zustände im zweistöckigen Haus an der Hauptstrasse in Holderbank. Auf Bildern sind sanitäre Räume mit Algen und Schimmel an den Wänden sowie Decken zu sehen. Auch die Küche sieht auf den Fotos sehr schmutzig aus.
Die Liegenschaft werde immer wieder instand gestellt, hält Bruder fest: "Die Zustände, die da abgebildet sind, sind auf die Dauer nicht haltbar."
Wenn die Infrastruktur besser wäre, wäre es einfacher Sauberkeit und Ordnung gewährleisten zu können. Die Leute, die im Haus lebten, würden jedoch "nicht unwesentlich dazu beitragen, dass es so aussieht".
Man habe in den kantonalen Unterkünften das Prinzip, dass die Leute grundsätzlich selber für Ordnung und Sauberkeit zuständig seien. Dieses Prinzip bewähre sich in der Regel sehr. Es gebe selbstverständlich auch in Holderbank eine Hausordnung, hielt der Mediensprecher des Departements von Susanne Hochuli (Grüne) fest.
Der Kanton Aargau betreibt in Holderbank und in Oftringen je eine Unterkunft für abgewiesene Asylsuchende. Jede Person erhält als Nothilfe 7.50 Franken pro Tag.
Der Kanton ist seit mehr als zehn Jahren Mieter des Hauses in Holderbank. Die Polizei führte mehrfach Kontrollen durch und stellte Drogen sicher.
Der Kanton möchte die Notunterkunft in Holderbank in absehbarer Zeit schliessen. Er plant Grossunterkünfte mit einer separaten Unterbringung von ausreisepflichtigen Asylsuchenden.