Lenzburg
Verlust-Geschäft für die Stadt Lenzburg: ab Juni keine SBB-Tageskarten mehr

Nur noch bis Ende Mai gibt es in Lenzburg Tageskarten zu kaufen. Der Verkauf sei defizitär, wie die Stadt in ihrem Jahresbericht festhält.

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Die SBB-Tageskarten in Lenzburg werden gestrichen. (Archivbild: Bahnhof Lenzburg)

Die SBB-Tageskarten in Lenzburg werden gestrichen. (Archivbild: Bahnhof Lenzburg)

CH Media

Die Sparbillette der SBB entwickeln sich zunehmend zur ernsthaften Konkurrenz für die Tageskarten der Gemeinden. Weil diese immer öfter ein Defizitgeschäft sind, stellt die erste Aargauer Stadt den Verkauf der Gemeinde-Tageskarten ein. In Lenzburg gibt es sie nur noch bis Ende Mai, wie dem städtischen Jahresbericht entnommen werden kann.

Seit einigen Wochen ist die Nachfrage coronabedingt ohnehin klein. Während beispielsweise Aarau, Brugg, Rheinfelden oder Wohlen die Tageskarten weiterhin im Angebot haben, hat etwa die Stadt Baden diese Dienstleistung vorübergehend eingestellt. Nach Beginn des Lockdowns konnten in nahezu allen Gemeinden bereits bezogene Tageskarten zurückgegeben werden und die Kunden erhielten ihr Geld zurück.

Die Stadt Lenzburg legt im Jahresbericht detailliert offen, warum sie ab 1. Juni auf die ­Abgabe von SBB-Tageskarten verzichten wird. Sie hat zwei ­Tageskarten zum Gesamtpreis von 28'000 Franken gekauft. «Der daraus berechnete Verkaufspreis beträgt 47 Fran­ken pro Gemeindetageskarte», schreiben die Lenzburger. Andere Gemeinden kalkulieren mit 45 Franken. Lenzburg hat das Tageskarten-Geschäft nicht sehr offensiv betrieben. Man konnte sie nicht im Internet reservieren.

Von den 730 möglichen Kartentagen konnte die Stadt insgesamt 483 verkaufen (Auslastung 66%). Das heisst, Lenzburg fuhr einen Verlust von insgesamt gut 10'000 Franken ein – und hatte dazu den Aufwand des Handlings. (uhg)

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