Lenzburg

Verkehrsplaner sollen bitte die Velos nicht vergessen

Einwohnerräte verlangten, dass die Velos, hier die Abstellfläche beim Bahnhof, beim gutgeheissenen Kommunalen Gesamtplan Verkehr nicht vergessen werden.

Einwohnerräte verlangten, dass die Velos, hier die Abstellfläche beim Bahnhof, beim gutgeheissenen Kommunalen Gesamtplan Verkehr nicht vergessen werden.

Die Stadt packt die künftige Verkehrsplanung zusammen mit den Nachbarn Niederlenz und Staufen an; der Einwohnerrat billigte Kredit für Kommunalen Gesamtplan Verkehr ohne Gegenstimme.

Die gemeinsame Verkehrsplanung mit Staufen und Niederlenz kann nach dem einstimmigen Ja im Einwohnerrat an die Hand genommen werden: Beide Gemeinden haben den Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) an ihren Sommergmeinden abgesegnet. Dieser sieht vor, die Verkehrsplanung für die kommenden rund 15 Jahre gemeinsam anzupacken.

Nach kurzer Debatte wurde das Geschäft – verbunden mit einem Verpflichtungskredit von 190 000 Franken – gutgeheissen. Die Gesamtkosten für die Erarbeitung des KGV betragen 300 000 Franken.

Worum geht bei diesem Vertragswerk? Wächst die Bevölkerung und werden neue Wirtschaftsbetriebe eröffnet, so ist das unweigerlich mit einer Zunahme des Strassenverkehrs verbunden. Der Verkehr stoppt jedoch nicht an der Gemeindegrenze, er rollt weiter. Die drei Gemeinden Lenzburg, Niederlenz und Staufen wollen gemeinsam nach Lösungen suchen, wie der Verkehrsfluss auf Schnittstellen möglichst effizient weitergeführt werden kann. Sie wollen über das gesamte Gebiet der drei Gemeinden klären, wie die Wohn- und Arbeitszonen erschlossen werden und miteinander zu verbinden sind.

Langfristige Lösungen suchen

Das Geschäft war bereits in der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK) unbestritten gewesen, wie GPFK-Vertreter Beat Hiller (GLP) festhielt. «Mit dem KGV sollen frühzeitig künftige Verkehrsprobleme erkannt und langfristige Lösungen gefunden werden.» Als Beispiele nannte Hiller die Ortsdurchfahrten in Lenzburg und Niederlenz, unbefriedigende Situationen für den Velo- und Personenverkehr unter anderem in der Bahnhofstrasse die Verkehrssituation im Zusammenhang mit den neuen Überbauungen in Staufen, in der Widmi, Bahnhof Nord. Zudem wolle die SBB im Bahnhof West investieren, was in der Planung auch berücksichtigt werden müsse.

Bürgerliche Seite schwieg

Der KGV müsse dann erarbeitet werden, wenn eine hohe Verkehrsdichte bestehe und wenn die Nutzungsplanung neu ausgerichtet werde: «Der KGV trägt als wesentliche Grundlage der Nutzungsplanung entscheidend zu einer optimalen Abstimmung von Siedlung und Verkehr bei.» Dabei würden alle Aspekte der Mobilität und des Verkehrs gleichwertig miteinbezogen. «Man muss jedoch vom bedarfsorientierten Verkehrsangebot abkommen und hin zu einem angebotsorientierten Verkehr wechseln», votierte Hiller. Man habe in der Vergangenheit zu sehr auf Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer reagiert, «doch dazu sind die Ressourcen nicht mehr vorhanden.» Alle drei Gemeinden erfüllten die Anforderungen an einen KGV, machte Hiller seinen Ratskollegen die Annahme des Vertrages schmackhaft.

Hiller wurde in seinen Voten von verschiedener Seite unterstützt. Der KGV sei ein gewichtiges Instrument für die künftige Verkehrsplanung sagte Stefan Zantop von den Grünen. Gemeinsam mit seinen Ratskolleginnen Sabine Sutter-Suter (CVP) und Beatrice Taubert (SP) forderte er unter anderem, dass dem Langsamverkehr, insbesondere den Velofahrern, Beachtung geschenkt werde: «Der gut ausgebaute Veloweg Schweiz soll nicht vor der Stadtgrenze haltmachen», sagte Taubert. Von bürgerlicher Seite erfolgte keine Wortmeldung.

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