Neben Lenzburg pflegt auch Seengen den Brauch des Freischarenmanövers bei jedem zweiten Jugendfest. In Seengen beträgt der Intervall deshalb acht Jahre. Entsprechend länger und intensiver ist die Vorfreude. Die organisierende Kommission lädt deshalb zum jährlichen Freischarenschiessen an die Schlattwaldecke.

«Noch 380 Tage.» Mit dem exakten Countdown eröffnete Freischarenkommissionspräsident Stephan Büchli das Treffen von Freunden des Volksbrauchs. Eingeladen sind jeweils aktuelle und frühere Kommissionsmitglieder, Delegationen von Gemeinderat, befreundeten Vereinen und der hehren Freischaren-Commission aus Lenzburg, diesmal angeführt von General Stephano il Notaio ex Pralino.

Trügerische Sieg-Hoffnung

Der General des Seenger Manövers vom 18. Juni 2016 ist noch nicht bekannt. Man werde den Namen erst im nächsten Frühjahr bekannt geben, so Büchli. Man wolle es den «Gegnern», den in der Schule rekrutierten Kadetten nicht zu einfach machen: «Wir sind felsenfest überzeugt, dass wir diesmal gewinnen werden.»

Dieser wohl trügerische Optimismus wird genährt durch eine umfangreiche Aufrüstungsaktion. Am Freischarenschiessen wurden zwei neue, in Germanien erstandene Kanonenrohre präsentiert. Das Auslösen der Böller erwies dabei teilweise als noch schwieriger, als der bürokratische Aufwand beim Import dieses «Kriegsmaterials». Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Büchli blickte voller Enthusiasmus voraus. Nach den Sommerferien beginnt die Kadettenrekrutierung, am 31. August werden Vereine und weitere Interessierte über die Details des Freilichtspektakels informiert.

Im letzten Dezember gab es einen wichtigen Meilenstein: 150 Jahre nach Gründung des ersten Seenger Kadettenkorps und 555 Tage vor dem nächsten Manöver, wurde die Freischarenkommission als Verein firmiert.