Beinwil am See

Verhärtete Fronten vor Abstimmung über den Beinwiler «Löwen»

Seit Wochen tobt in Beinwil am See der Abstimmungskampf um die Zukunft des «Löwen». Der Gemeinderat will das alt ehrwürdige Restaurant/Hotel zur Gemeindeverwaltung umbauen. Der Widerstand vor der Abstimmung vom 21. Oktober ist aber ungebrochen.

Kaum ein Gebäude bewegt derzeit im Seetal die Gemüter wie der Beinwiler «Löwen». Weil das altehrwürdige Hotel im Eigentum der Gemeinde nicht rentiert und nun saniert werden muss, will der Gemeinderat dieses zur Gemeindeverwaltung umbauen.

Am 21. Oktober findet die Referendumsabstimmung über den Planungskredit von 650 000 Franken statt - dies, nachdem das Projekt an der Sommergmeind abgelehnt worden war und das Komitee «Ja zum Planungskredit» mit 686 Unterschriften die Abstimmung an der Urne erreicht hatte.

Seither gehen die Wogen hoch. Befürworter und Gegner kämpfen mit Leserbriefen und Inseraten um Stimmen. Eine Woche vor der Abstimmung scheinen die Meinungen gemacht - und die Positionen weiter voneinander entfernt denn je. Das sind die strittigen Punkte:

So steht es um den «Löwen»: In einem Punkt sind sich alle einig: Es besteht Handlungsbedarf; vor allem bei Dach, Hotelzimmern und Wohnungen. Die letzte Renovation liegt 24 Jahre zurück und der «Löwen» kann so nicht vermietet werden.

Damit ist es aber bereits vorbei mit der Einigkeit. Laut Gemeinderat kostet die Grundsanierung (ohne Umbau zur Verwaltung) 3,4 Millionen Franken. Das geht aus einer Metron-Studie hervor. Anders sieht dies das Komitee «Nein zur Verwaltung im Löwen»: Die Räume könnten günstiger saniert werden. In Leserbriefen ist vom «Luxusbau» die Rede.

Umbau zur Gemeindeverwaltung: Für Gemeinderat, Raumplanungskommission und Pro-Komitee ist die Umnutzung als Verwaltung die beste Lösung: Der «Löwen» sei repräsentativ für die Gemeinde, biete genug Platz, und auch Vereine könnten Räume nutzen. Der Umbau würde laut Planungskommission 4,9 Millionen kosten - inklusive der 3,4 Millionen, die sowieso für die Grundrenovation investiert werden müssten. «Mit der Differenz von nur 1,5 Millionen erhalten wir eine Verwaltung», sagt Gemeindeammann Johannes Eichenberger.

Ein «Lausbubentrickli», kritisieren die Gegner. Der Gemeinderat habe die Grundsanierung mit 3,4 Millionen «unsinnig hoch angegeben, um eine Umnutzung zur Verwaltung günstiger darstellen zu können», heisst es in einer Stellungnahme des Gegen-Komitees. Der Umbau würde auch den angebauten Saal abwerten und den «Löwen» als Kulturzentrum zerstören.

Weiterbetrieb als Hotel: Die Gegner kritisieren, dass nicht alle Möglichkeiten für eine weitere Nutzung im bisherigen Rahmen untersucht worden seien. Es brauche ein Betriebskonzept, das Saal und Hotel/Restaurant-Betrieb verbindet. Ein Weiterbetrieb des «Löwen» in der heutigen Form hält auch das Referendumskomitee für möglich - «sofern wir bereit sind, jährliche Zuschüsse von ca. 70 000 Franken zu leisten».

Neubau Gemeindeverwaltung: Für die Befürworter einer Gemeindeverwaltung im «Löwen» ist dies eine schlechte Alternative. Ein Neubau (ohne Land) würde rund 3,1 Millionen Franken kosten. Die Gesamtkosten inkl. der unumgänglichen «Löwen»-Grundsanierung würden damit auf mindestens 6,5 Millionen steigen.

Das Gegner-Komitee fordert günstigere Varianten: Die Verwaltung könnte etwa im Stockwerkeigentum, in Kombination mit altersgerechten Wohnungen oder auf gemeindeeigenem Land realisiert werden.

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