129 von 826 Stimmberechtigten nahmen an der Gemeindeversammlung teil. Eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung von 16 Prozent. Die Sachgeschäfte waren zweitranging – auch wenn das Reglement für familienergänzende Kinderbetreuung beinahe abgelehnt worden wäre (48:43) und wenn der Steuerfuss auf 125% erhöht werden musste (plus 5%). Letzteres auch aus taktischen Gründen – man will die Bedingungen erfüllen, damit Mittel aus dem kantonalen Finanzausgleich fliessen.

Hendschiken ist klein (1250 Einwohner), hat aber kantonsweit den grössten Wechsel bei den Behörden und beim Personal. Der Gemeindearbeiter/Schulhausabwart Alois Heubacher geht ordentlich in Pension. Der langjährige Gemeindeschreiber Hubert Meienberger (61) trat Ende Juni überraschend in den Ruhestand. Die ursprünglich in Aussicht gestellte Verabschiedung fand an der Gmeind nicht statt. Meienberger war nur darum ein Thema, weil ein Versammlungsteilnehmer fragt, wie lange dieser noch den Lohn habe. Bis Ende März. Die junge Gemeindeschreiberin Corinne Zemp ist seit dem 1. Juli im Amt.

Die seit ihrer Regierungsratskandidatur kantonsweit bekannte Maja Bally Frehner (BDP) geht per Ende Jahr nach zwölf Jahren als Schulpflegepräsidentin. Von den bisherigen Schulpflegern macht einzig Roger Wasmer weiter. Er ist erst seit Anfang Jahr dabei. Bei der Finanzkommission demissionierten alle. Es fanden sich genügend Nachfolger – wie auch bei der Schulpflege.

Etwas verzwickter ist die Situation beim Gemeinderat. Alfred Suter (parteilos, 20 Jahre) und Herbert Flück (SP, 8 Jahre) haben nicht mehr wiederkandidiert. Wolfram Burgy (SVP, 7 Jahre) und Gemeindeammann Daniel Lüem (FDP, 21 Jahre, davon 20 Ammann) wurden am 24. September knapp abgewählt. Von den bisherigen schaffte einzig die Historikerin Sabina Vögtli-Fischer (SP) die Wiederwahl – und wurde neu Vizeammann.

Unter den veränderten Voraussetzungen kandidiert sie am Sonntag für den Ammann. Gegen den neuen Gemeinderat und SVP-Präsidenten Bruno Steiner. Sabina Vögtli wurde mit anonymen Flugblättern diskreditiert (AZ vom 16. 11.). Das war an der Gemeindeversammlung ein Thema. «Ich fühle mich belästigt durch die Flugblätter», erklärte eine Votantin. «Ich hoffe nicht, dass wir nochmals einen solchen Kindergarten erleben.» Dafür gabs grossen Applaus. Ein anderer Votant äusserte seine Sorgen über den grossen Substanzverlust im Gemeinderat. Der abtretende Daniel Lüem antwortete: «Ich teile diese Sorgen nicht. Neue Besen wischen gut.»

Es war seine 40. und letzte Gemeindeversammlung. Er hat Hendschiken zwei Jahrzehnte lang geprägt – der Neuanfang dürfte angesichts der Ereignisse der letzten Wochen nicht einfach werden.