Region Lenzburg
Verdichtete Wohnzone zwischen Wildegg und Staufen für 8000 Personen

Für die Region Lenzburg werden «Zukunftsbilder» gemalt. Im Rahmen einer Eingabe des Regionalplanungsverbandes (Repla) Lenzburg-Seetal zum Agglomerationsprogramm Aargau Ost diskutierten die Delegierten verschiedene Entwicklungsszenarien bis 2030.

Fritz Thut
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Verdichtetes Wohnen zwischen Wildegg und Staufen (Bild) soll Platz für 8000 Einwohner mehr schaffen. (Archiv)

Verdichtetes Wohnen zwischen Wildegg und Staufen (Bild) soll Platz für 8000 Einwohner mehr schaffen. (Archiv)

Bis dahin soll die Einwohnerzahl im Planungsparameter um 8000 Personen oder 21 Prozent zunehmen. Dieses überdurchschnittliche Wachstum soll das Szenario «Bandstadt» schlucken: eine Zone mit verdichteten Wohnbauten entlang dem Aabach zwischen Wildegg und Staufen.

Die Gemeindevertreter stimmten stillschweigend den Vorschlägen einer vorberatenden Arbeitsgruppe unter der Leitung des Lenzburger Stadtammanns Hans Huber zur Weiterbehandlung und -leitung zu. Gemäss Planer Thomas Meier geht es darum, mit dem «Zukunftsbild im Raum Lenzburg» übergeordneten Stellen zu zeigen, dass «auch eine solch kleine Region eine Infrastruktur braucht», an die der Bund seinen Beitrag zu bezahlen hat.

Meier und David Frey stellten den Repla-Delegierten die Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe vor. Frey zeigte zuerst anschaulich auf, dass in den letzten 20 Jahren ausgerechnet die Stadt Lenzburg bei der Bevölkerungsentwicklung zur Gruppe mit dem tiefsten Wachstum aller Gemeinden im Perimeter gehörte.

Lenzburg als Zentrum stärken

Dies soll künftig geändert werden, Denn bei den drei Szenarien, die Frey für die Zeit bis 2030 aufzeigte, wird jenes favorisiert, das eine Forcierung Lenzburgs vorsieht. Das Szenario «dezentrales Wachstum» scheitert schon wegen der implizierten Zunahme des motorisierten Individualverkehrs (MIV), die von den Subventionsgebern nicht angestrebt wird.

Beim Szenario «Pole» wird die Entwicklung auf das zentrale Lenzburg und die Subzentren Wildegg im Norden und Seon im Süden konzentriert. Innerhalb der Arbeitsgruppe wurde jedoch einstimmig das Szenario «Bandstadt», das ein Verdichtungsband zwischen Wildegg und dem Raum Lenzburg vorsieht. Thomas Meier erläuterte den Repla-Vertretern anhand von Karten mögliche Auswirkungen in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Landschaft und streifte auch die Forderung der Auftraggeber nach einem eigenen «Brand» für die Region. Hier steht die schon früher vorgestellte «Schloss-
region Lenzburg-Seetal» im Vordergrund.

«Es geht alle etwas an»

Währendder Sommermonate wer-
den Massnahmen ausgeheckt und im Herbst steht dann eine Vernehmlassung durch die Gemeinden an. Bereits jetzt, bei einer spontanen ersten Diskussion, zeigte sich, dass in den nächsten Jahrzehnten grosse Anstrengungen nötig sind, um die Region zu stärken: «Es kapieren noch nicht alle, dass wir sonst von Aarau und Baden überfahren werden», stellte Stadtammann Huber fest.

«Es muss nun ein Umdenken stattfinden, die Konzentration kann man nicht aufhalten», forderte Huber weiter. Und die meisten Repla-Delegierten folgten diesen Gedanken. Selbst Seetaler Gemeinden, die ausserhalb des Perimeters des Agglomerationsprogrammes Aargau Ost liegen, nahmen vom Verdichtungsszenario in der Region Lenzburg-Wildegg zustimmend Kenntnis.

«Dieses Modell ‹Bandstadt› geht alle an; sie hat Auswirkungen auf Gemeinden ausserhalb des Perimeters», erkannte etwa Rolf Jäggi, der Gemeindeammann von Egliswil. Er rief seine Kollegen auf, diese möglichen Entwicklungen «stets als Chance anzuschauen».

Bald Vorschläge zu «Regio-Rat»

Eine «Stärkung der Region» soll auf politischer Ebene mit einer Neuorganisation der überkommunalen Gremien geschehen. Der Seoner Gemeindeammann Heinz Bürki orientierte als Sprecher der vorberatenden Arbeitsgruppe über den aktuellen Stand in Sachen «Regio-Rat».

Die Gruppe schaute sich in andern Regionen nach möglichen Organisationsformen um, sucht Ende Monat den Kontakt zu Wirtschafts- und Gewerbevertretern und wird Ende April an der Zusammenkunft der Gemeindeammänner des Bezirks einen ausführlicheren Zwischenbericht präsentieren.