Vor Barbara Plüss, Schulleiterin der Oberstufe in Veltheim, liegt ein Stapel ausgedruckter E-Mails: «Alles Mails von Lehrkräften der Veltheimer Oberstufe», sagt sie. Die Mails zeigen die Unsicherheit, für welche die geplante Kreisschule bei den rund 30 Angestellten der Oberstufe Veltheim sorgt.

Jetzt regt sich der Widerstand: Heute bekommt jeder Haushalt ein Merkblatt, darin machen die Lehrkräfte und die Schulpflege auf ihre Bedenken gegenüber einem Schulverband aufmerksam. Denn noch diesen Monat entscheiden die sieben beteiligten Gemeinden an ihren Gemeindeversammlungen darüber, ob sich die Oberstufe im Schenkenbergertal zu einem Schulverband zusammenschliessen soll.

Bisher vertragslos

Derzeit läuft alles ohne Vertrag: Die Oberstufenschüler aus Schinznach-Bad, Villnachern, Thalheim, Oberflachs und Auenstein besuchen die Oberstufe in Veltheim oder in Schinznach-Dorf. Vertragslos seien die beiden Standorte aber langfristig nicht gesichert, argumentieren die Gemeinden, in deren Auftrag eine Arbeitsgruppe die Verbandslösung ausarbeitete.

Diese wird von Barbara Plüss als «zu vage» bezeichnet, der Standort sei heute dank den Regos-(Regionale Oberstufe)Vorgaben des Kantons bereits gesichert. Für einen Schulverband sei jetzt ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, findet sie, zuerst müsse klar werden, wie die Aargauer Schulreform im Detail aussehe und dies zeige sich erst nach der Volksabstimmung nächstes Jahr.

Mit der Verbandslösung übernähme die politische Führung der Oberstufe ein Vorstand, mit Mitgliedern aus den beteiligten Gemeinden. Für die Qualität der einzelnen Lektionen wären immer noch die Lehrkräfte zuständig, versicherte Ulrich Salm, Gemeindeammann von Veltheim, bereits in der az. Doch genau das sei für die Lehrkräfte schwierig, so Plüss, wenn das Gremium aus schulfernen Mitgliedern bestehe. Ihrer Meinung nach müssten die Lehrkräfte bei Entscheidungen zwingend einbezogen werden. «Die Verbandslösung berücksichtigt pädagogische Fragen zu wenig», stellt sie fest.

Zusätzlich verunsichere das Lehrpersonal die Frage, wer künftig Lehrkräfte einstellen könne und würde. Auch finanziell seien von einem Verband keine Vorteile zu erwarten, Plüss betont, dass die beiden Oberstufen in Schinznach-Dorf und in Veltheim schon heute eng zusammenarbeiten würden.

Keine Schwächung des Standortes

Die Schulpflege von Veltheim stellt sich hinter die Lehrerschaft. «Nicht die heutige Form der Oberstufe schwächt die beiden Standorte im Schenkenbergertal», sagt Schulpflegepräsident Patrick Salm, «sondern gerade die Vorlage für den Schulverband.» Dies, weil nur drei Aussengemeinden neben den beiden Standortgemeinden dem Schulverband zustimmen müssen: «Nur mit den Schülern aus fünf Gemeinden wäre der Kreisschulverband massiv geschwächt», so Salm.

Mit der Annahme der Kreisschule an der Gemeindeversammlung würden die Bewohner die Katze im Sack kaufen, bringt es Barbara Plüss auf den Punkt. In Veltheim, der Standortgemeinde für die Sekundar- und die Realschule, wird am kommenden Freitag über den Gemeindeverband Kreisschule entschieden.