Meisterschwanden

Vegane Waldspielgruppe: So kontert die Leiterin die Kritik

Nach viel Kritik: ein Besuch in der veganen Waldspielgruppe in Meisterschwanden

TeleM1 besucht die vegane Waldspielgruppe in Meisterschwanden.

Die Gründerin der Spielgruppe, Sabina Hirt, erklärt, warum sie ausgerechnet eine vegane Waldspielgruppe gründete und was sie von negativen Kommentaren hält. Eine Ernährungsexpertin erklärt, ob veganes Essen für Kinder gefährlich sein kann.

Ein AZ-Artikel zur veganen Waldspielgruppe in Meisterschwanden hat ein grosses Echo ausgelöst. Dazu gehörten auch kritische Stimmen. Man müsse nicht schon Kinder zu Veganern machen, war ein Vorwurf. 

Gegenüber dem Regionalsender TeleM1 nimmt Sabina Hirt, Leiterin der Waldspielgruppe "Fuchstreff", in einem Beitrag und in einem Interview im "Fokus" dazu Stellung.

Sie habe eine Waldspielgruppe gründen und etwas zu Essen anbieten wollen – normalerweise bringen Kinder ja selbst etwas zu Essen mit. 

Die erste vegane Waldspielgruppe

Sabina Hirt: "Ich missioniere nicht"

    

Tierfreies Essen wollte sie anbieten, "weil man dann niemanden ausschliesst", erklärt sie. Um das Vegane an sich gehe es ihr nicht, sondern dass die Kinder im Vordergrund stehen. Sie selbst ist nicht Veganerin. Und ja, antwortet sie auf eine entsprechende Frage, nutze sie es zu ihrem Vorteil, dass veganes Essen derzeit Zuspruch erhalte. 

Und: "Was ist, wenn etwas an den tierischen Produkten wie Eiern oder Milch nicht gut ist?", fragt sie zurück. "Schlussendlich bin ich ja diejenige, die schuld ist."

Was sagt sie zu den teils heftigen und negativen Onlinekommentaren? "Ich missioniere nicht", hält sie fest und sagt: "Ich belächle das." Sie glaube, dass viele das Wesentliche zum Thema verpasst hätten.

Wichtig ist ihr ausserdem, dass die Kinder den Wald bewusst wahrnehmen. "Wenn ich Abfall im Wald herumliegen sehe, lese ich ihn auf und entsorge ihn." Sie hofft, dass die Kinder dieses Verhalten nachahmen. Zudem gebe sie den Kindern gern Wissen über den Wald weiter. Etwa, dass man aus Efeu Shampoo machen oder dass man Brennnesseln essen könne.

Und was sagen Eltern der Spielgruppenkinder? "Mir ist es wichtiger, wenn meine Kinder Essen aus dem Wald erhalten als Billigfleisch", sagt Wanja Husi, Mutter aus Sarmenstorf. "Daheim essen wir ganz normal."

"Ich fand das eine coole Idee", sagt Vivian Nötzli, Mutter aus Seengen und Vegetarierin. Grund, ihr Kind in der Waldspielgruppe anzumelden, sei aber nicht nur das vegane Essen gewesen. 

Kinder ausschliesslich vegan zu ernähren, könne gefährlich sein, warnt Nadja Greub, Ernährungsberaterin am Kantonsspital Baden. "Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen rät von einer veganen Ernährung bei Kindern ab, weil Kinder im Wachstum andere Ernährungsbedürfnisse haben." Das Risiko eines Mangels sei höher als bei Erwachsenen. 

Kinder besuchen die vegane Waldspielgruppe in Meisterschwanden allerdings nur einmal pro Woche. Aus medizinischer Sicht ist dies also nicht gefährlich. 

Die Waldspielgruppe wurde im November gegründet. Meist besuchen die Gruppe fünf bis sechs Kinder, falls das Wetter mitspielt. (pz)

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