Möriken

Vater findets ungerecht: «Nur für Schulden zu arbeiten, bringt nichts»

Existenzängste bei Bauernfamilie in Möriken

Existenzängste bei Bauernfamilie in Möriken

Der Vater des verurteilten Jungbauern kann den Gerichtsentscheid nicht nachvollziehen. Die Versicherungsforderung gefährdet die Zukunft seines Hofes.

Thomas B. hat 2013 aus Versehen und ohne Absicht den Hof seiner Familie in Möriken in Brand gesetzt. Am Freitag wurde er vom Bezirksgericht Lenzburg verurteilt. Der Vater des Jungbauern kann das Urteil nicht verstehen.

Am 17. September 2013 brannte in Möriken ein Bauernhof lichterloh. Ausgelöst hatte das Feuer der Bauernsohn Thomas B. – der heute 31-Jährige hatte mit einem Winkelschleifer gearbeitet, als ein Funke in die ungenügend abgedeckte Güllengrube sprang und das Feuer entfachte. Sachschaden: 1,4 Millionen Franken.

Für dieses Missgeschick wurde der Jungbauer am Freitag vom Bezirksgericht Lenzburg verurteilt. Noch mehr: Die Aargauer Gebäudeversicherung fordert nun Leistungen von fast 600'000 Franken zurück.

Missgeschick treibt Bauernsohn in den Ruin

Missgeschick treibt Bauernsohn in den Ruin

Ruedi B., der Vater des verurteilten Jungbauer Thomas, hat für das Urteil kein Verständnis, wie er gegenüber Tele M1 sagt. Wegen der hohen Geldforderungen hat die Möriker Familie grosse Existenzängste: «Ich finde dieses Urteil nicht gerecht. Es war ein normaler Arbeitsunfall. Für irgendetwas ist man doch versichert.»

Wie es weitergehen wird, ist unklar. Obwohl der Hof in den letzten zwei Jahren wieder aufgebaut wurde und der Betrieb läuft, ist die Zukunft unsicher. «Nur für die Schulden zu arbeiten, bringt nichts», sagt Vater Ruedi B.

Ein wenig Hoffnung bleibt: Die Bauernfamilie wird das Urteil an das Aargauer Obergericht weiterziehen. (az)

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