Das 90 000 Quadratmeter grosse Widmi-Areal wächst rascher als erwartet. Man habe mit einer Entwicklung gerechnet, die sich über Jahrzehnte hinwegzieht, heisst es aus dem Lenzburger Bauamt.

Im gleichen Takt wird auf der andern Seite der Ammerswilerstrasse in der Unteren Widmi gebaut. Bisher ausgenommen war das Areal der Gärtnerei Rupp. Während auf den Nachbarparzellen Reiheneinfamilien- und Mehrfamilienhäusern erstellt werden, hat der Verkauf des schmalen Streifens dazwischen gedauert. Doch nun tut sich auch dort etwas. Von den noch bestehenden Gewächshäusern wird derzeit eines nach dem andern abgebaut.

Tatsächlich hat die 3400 Quadratmeter grosse Parzelle den Besitzer gewechselt, bestätigt Stadtplanerin Helen Bisang auf Anfrage. Der neue Landeigentümer möchte jedoch nicht namentlich genannt werden, heisst es.

Ebenso wenig bekannt sind Pläne für die künftige Bebauung der Fläche. In diesem Zusammenhang noch Fragen aufwerfen dürfte die Erschliessung der Baute. Wie die Reiheneinfamilien- und Mehrfamilienhäuser wird auch der künftige Neubau über die Zufahrt «Untere Widmi» erschlossen.

Die späte Handänderung hat jedoch die frühzeitige Planung einer gemeinsamen Tiefgaragenzufahrt verhindert. Im Gegensatz zur Widmi vis-à-vis und dem Viehmarkt-Areal, wo Lösungen gefunden werden konnten. Muss demnach für die künftige Überbauung des Grundstücks eine separate Tiefgarageneinfahrt erstellt werden?

Gemeinsame Einfahrt noch möglich

Im Nachhinein stellt sich deshalb die Frage: Hätte man über das gesamte Widmi-West-Areal eine Gestaltungsplan verlangen müssen, um die Erschliessung besser zu steuern? «Das Areal war keinem Gestaltungsplan unterstellt», sagt Christian Brenner vom Tiefbauamt.

Hingegen lässt Brenner die Hintertür offen, ob die Tiefgarage der künftigen Baute nicht auch nachträglich über eine gemeinsame Einfahrt mit den drei Mehrfamilienhäusern erfolgen könnte. «Theoretisch wäre dies möglich», sagt Brenner. «Da müssten jedoch die Wohnungs-Eigentümer im Flora-Park mitziehen.»

Ohne deren ausdrückliche Bewilligung läuft nichts mehr. Stadtplanerin Bisang ergänzt jedoch: «Vonseiten des Bauamts wird in solchen Situationen immer darauf hingearbeitet, dass eine gemeinsame Zufahrt zustande kommt.»

Mit den Gewächshäusern der Gärtnerei Rupp verschwinden jetzt noch die letzten Boten des Familienbetriebes, welcher über vier Generationen hinweg Blumenflor produziert hatte. Vornehmlich für Gartencenter und die Blumenbörse.

1911 war die Gärtnerei am Stadtrand auf der grünen Wiese erstellt worden. Dieser gewerbe-historische Sachverhalt soll in die Zukunft gerettet werden. Die neue Zufahrtsstrasse erhält den Namen «Florastrasse».