Seengen
Unter dem Strich ein dickes Plus von 1,7 Millionen Franken

Die Gemeinde Seengen hat 2016 gut gewirtschaftet: Die Steuerkraft pro Kopf steigt auf 3249 Franken.

Pascal Meier
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Seengen hat ein gutes Jahr hinter sich.

Seengen hat ein gutes Jahr hinter sich.

Pascal Meier

Die Einwohnergemeinde Seengen hat ein sehr gutes Jahr hinter sich. Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Plus von 1,7 Millionen Franken rund 1,2 Millionen über dem Budget. «Ein äusserst positives Ergebnis», sagte Beat Rölli, Leiter Finanzen, gestern an einer Medienorientierung.

Zu verdanken ist der Überschuss nebst der Ausgabendisziplin (Budgetabweichung Aufwandseite: 0,16%) in erster Linie den Steuerzahlern. Zum zweiten Mal knackte Seengen bei den Steuern die 10-Millionen-Marke. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 10,5 Millionen Franken, 6,3% mehr als budgetiert. Das ist ähnlich viel wie 2012. Damals lag der Steuerfuss jedoch vier Prozentpunkte höher (heute 80 Prozent). «Es freut uns, wie sich die Steuern entwickeln», sagte Gemeindeammann Jörg Bruder. «Schön ist auch, wie sich diese zusammensetzen.» 92 Prozent des Steueraufkommens stammen laut Bruder aus Einkommens- und Vermögenssteuer. «Das gibt uns Sicherheit bei der Budgetierung.»

Tatsächlich entwickeln sich die Einkommens- und Vermögenssteuern hervorragend: Die beiden Steuererträge stiegen gegenüber 2015 von 8,6 auf 9,7 Millionen. Damit wurden 2016 die budgetierten 8,9 Millionen um 834 000 Franken übertroffen. Grund für diesen Mehrertrag sind hohe Nachträge aus Vorjahren (1,18 Mio.).

Gleichzeitig hat Seengen das Glück, dass die Sozialkosten nicht explodieren wie in vielen anderen Gemeinden. 2016 wurden für materielle Hilfe in 13 Fällen nach Abzug von Rückzahlungen (u. a. Versicherungen) knapp 30 000 Franken bezahlt.

Sinkt jetzt der Steuerfuss?

Die Steuerkraft pro Einwohner ist durch die höheren Steuererträge im vergangenen Jahr auf 3249 Franken gestiegen (2015: 2985 Fr.). 2017 rechnet die Gemeinde mit nochmals mehr Einnahmen. Dann wirkt sich der auf 7000 Franken begrenzte Pendlerabzug in der Steuererklärung erstmals aus.

Das alles sind gute Voraussetzungen für zahlreiche Investitionen, die anstehen. Unter anderen sollen das Bürgerheim und das Bezirksschulhaus saniert und die Burgturm-Scheune ersetzt werden. Gemäss Regierungsprogramm will die Einwohnergemeinde bis 2022 insgesamt 8,5 Millionen Franken investieren. «Wir setzen um, was nötig ist, und stellen keine Investitionen zurück», sagte Jörg Bruder.

Seengen geht es also gut, und dies bei
einem tiefen Steuerfuss. Sinkt dieser jetzt weiter? Für Jörg Bruder ist diese Frage verfrüht: «Wir sind stark von der Neugestaltung des Finanzausgleichs im Kanton betroffen und brauchen zuerst Klarheit, wie stark dieser ins Gewicht fällt.»