«Ein Feuerwerk an Fotos und Videos in HD-Qualität auf Grossbildwand – kurzum die Faszination der grossen Bilder.» So beschreibt der Abenteurer Bruno Baumann die audiovisuelle Präsentation, die er am Mittwoch, 21. Januar, den Besuchern im Gemeindesaal Möriken vortragen wird. Wichtiger noch seien ihm aber die Inhalte, die er vermitteln möchte. «Die Bilder dienen dazu, die Geschichten und Aussagen zu Illustrieren – das ist das Vorrangige», sagt Baumann.

Viel zu erzählen über das Himalaya-Gebirge und dessen Region hat der gebürtige Österreicher auf jeden Fall. In den letzten 35 Jahren war der kürzlich 60 Jahre alt gewordene Bruno Baumann jedes Jahr mindestens einmal am Himalaya. Sein Vortrag sei demnach auch das Ergebnis Dutzender Reisen und Expeditionen an das höchste Gebirge der Welt. «Es ist keine Momentaufnahme, sondern ein Porträt dieses Gebirges der Superlative, das sich über 2700 Kilometer erstreckt und in dem 50 Millionen Menschen unterschiedlichster Ethnien, Religionen und Traditionen leben», sagt Baumann. «Hundert göttliche Zeitalter» – so verkünden alte indische Schriften – reichen nicht aus, um alle Wunder des Himalaya zu beschreiben. «Aber einige dieser Wunder durfte ich mit eigenen Augen sehen und diese möchte ich mit dem Publikum teilen.»

Trotz seiner Höhe und gewaltigen Dimension sei der Himalaya für die Menschen nie ein unüberwindliches Hindernis gewesen, sagt Baumann. Ein weitverzweigtes Wegenetz habe die Menschen miteinander verbunden und tue es heute noch. «Diesen uralten transhimalayschen Handels- und Völkerwanderungswegen wollte ich folgen, kreuz und quer über diese höchstgelegene Fussgängerzone der Welt», sagt er. «Ich wollte begreifen, warum die Menschen am Himalaya seit Urzeiten ihre Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte auf die Gipfel projizieren, sie als Thronsitze ihrer Götter verehren und sie mehr dem Himmel als der Erde zuordnen.»

Schweizer Premiere in Möriken

Ähnlich wie Bruno Baumann in Begeisterung aufflammt, wenn er über seine Erfahrungen am Himalaya spricht, gibt sich auch Organisator Thomas Sbampato stolz über seinen neuesten Fang. «Das Himalaya-Gebiet kennt wahrscheinlich keiner auf der Welt so gut wie Bruno Baumann», sagt Sbampato. «Als ich erfahren habe, dass er eine neue Vortragsreihe dazu plant, wollte ich ihn unbedingt nach Möriken holen.» Dank dem, dass er Baumann umgehend angeschrieben hat, ist Sbampato auch ein besonderer Clou gelungen: Neben einer Darbietung einen Tag später in Kloten wird Baumanns Himalaya-Vortrag in Möriken schweizweit zum ersten Mal gezeigt – drei Monate bevor Baumann im April die eigentliche Schweiz-Tournee antritt, die ihn durch die grossen Ortschaften Basel, Zürich oder Bern führen wird.

Das Publikum wird dabei nicht nur von Bruno Baumanns eindrücklichen Erlebnissen erfahren, sondern auch eine interessante Persönlichkeit kennenlernen, die bereits viel auf der Welt erkunden durfte. Seit jungen Jahren reist Baumann auf Extremexpeditionen in entlegene Regionen der Erde – als moderner Forschungsreisender, Fotograf, Dokumentarfilmer und Buchautor. In seinen Büchern, Filmen und Vorträgen erzählt er seine persönlichen Erlebnisse, gekoppelt mit seinem grossen Wissen über die Gebiete und Kulturen, die er erforscht. Baumann studierte Geschichte und Ethnologie und gilt als der einzige Mensch, der die Wüste Gobi in zwischen China und der Mongolei ganz alleine durchlaufen hat.

Kein Rekordjäger, sondern ein Lebensforscher

Diese Grenzerfahrungen haben bei ihm Spuren hinterlassen. Baumann sieht sich nicht als Rekordjäger, sondern als Forscher, der den Geheimnissen der Erde nachspürt und in seinen Expeditionen nach Antworten auf die Grundfragen des Lebens sucht. «Natürlich suchte ich wie bei allen meinen Reisen – insbesondere in die Wüste, aber auch im Himalaya – nach Selbsterfahrung» sagt er. «Ich habe aber gelernt, dass man selbst auf den höchsten Gipfeln der Welt nur das Glück finden kann, das man selber mitbringt.» Und er fügt hinzu: «Unser stärkster Antrieb ist nicht der Wille, sondern die Begeisterung.»

Auch aus etlichen anderen Interviews erfährt man Baumanns tiefgründige, wertvolle Lebensweisheiten. «Viele Menschen leben mit angezogener Handbremse», sagt er, der in seiner Kindheit in der österreichischen Steiermark gelitten hat – unter den engen topografischen Bedingungen sowie dem kleinbürgerlichen Denken, wie er erzählt. In die Welt hinaus zu gehen» war nur die logische Konsequenz davon. Dasselbe gilt wohl auch für sein Verlangen nach extremen Erfahrungen. «Ich bin überzeugt, dass wir nur dann unser Potenzial voll ausschöpfen, wenn wir in einer Extremsituation dazu gezwungen werden», sagt Baumann. Diese Einsicht hat auch bereits die Wirtschaft auf ihn aufmerksam gemacht: Seit einiger Zeit führt Baumann auch Workshops für Manager grosser Firmen. «Wer zwei Wochen aus dem Manageralltag aussteigt und die Wüste erlebt, kommt mit mehr Klarheit zurück», sagt er.

Möriken kennt er noch nicht

Es ist Baumanns erklärter Wunsch, möglichst viele Menschen an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Dass er die äussersten Ecken der Welt, von Patagonien bis den Himalaya, gut kennt – so viel ist klar. Möriken aber kennt er noch nicht. Sein Vortrag wird demnach auch für ihn zu einer Entdeckungsreise.

Livevortrag «Himalaya», von Bruno Baumann
21. Januar 2015, 20.00 Uhr, Gemeindesaal Möriken
Weitere Infos: Möwikultur.ch