Hunzenschwil
Ungewisse Zukunft für die Kreisschule Lotten

Wie weiter mit der Kreisschule Lotten? Diese Frage stand auch im Zentrum des letzten Abends der Veranstaltungsreihe. Einmal mehr zeigte sich, dass über Schulpolitik kaum emotionslos debattiert werden kann.

Markus Christen
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Kreisschule Lotten

Kreisschule Lotten

Aargauer Zeitung

Mit dem Informationsabend in der alten Turnhalle von Hunzenschwil ging die Veranstaltungsreihe zur zukünftigen Struktur der Kreisschule Lotten am Dienstag zu Ende. Rund 50 interessierte Zuhörer diskutierten intensiv über die von der Firma Metron vorgelegte Perspektiven-Evaluierung, welche in Zusammenarbeit mit einer gemeindeübergreifenden Arbeitsgruppe entstanden ist. Die Schlussfolgerungen aus der Studie sind: Die Kreisschule entweder auf den Standort Schafisheim zu konzentrieren oder die Oberstufenschüler der drei Kreisschulgemeinden Hunzenschwil, Rupperswil und Schafisheim in den Schulen externer Gemeinden einzugliedern.

Sollten sich alle drei Gemeinden für die Erhaltung der Kreisschule aussprechen, müsste weiter noch entschieden werden, ob neben der Führung der bereits bestehenden Sekundar- und Realschulstufen zusätzlich die Bezirksschulstufe Teil der Kreisschule sein soll.

Komplexe Ausgangslage

Die Informationsveranstaltungen boten für die Gemeinde- und Schulbehörden eine erste Möglichkeit, die Meinungen zur Zukunft der Kreisschule Lotten aus der Bevölkerung aufzunehmen. In einem nächsten Schritt wird ein Fragebogen an alle Stimmbürger verschickt.
Die Ausgangslage ist denkbar komplex. Der durch den Grundsatzentscheid «zur Stärkung der Volksschule Aargau» des Regierungsrates beschlossene Systemwechsel, die Primarschulstufe von fünf auf sechs Jahre zu verlängern und gleichzeitig die Oberstufe um ein Jahr zu verkürzen, soll voraussichtlich und mit Zustimmung des Volkes bereits in vier Jahren umgesetzt werden.

Während sich die drei Gemeinden jetzt also rasch überlegen müssen, ob sie sich weiterhin für den Kreisschulverbund starkmachen wollen, gilt es, gleichzeitig mit externen Gemeinden über eine allfällige Aufnahme der Oberstufenschüler zu verhandeln. Denn wenn nur eine der drei Kreisschulgemeinden sich gegen eine Weiterführung der Kreisschule Lotten ausspricht, ist diese Geschichte.

Alle wollen ihre Schüler behalten

In ihren Ausführungen betonte Gemeindeammann Silvana Richner, dass die Autonomie der einzelnen Gemeinden auf jeden Fall zu respektieren sei. «Denn für jede derzeitige Standortgemeinde präsentiert sich eine grundlegend andere Ausgangslage.» Der Gemeinderat von Hunzenschwil seinerseits hat, um auch die Option einer Eingliederung der gesamten Oberstufe in die Regionalschule Lenzburg zu prüfen, eine Anfrage an den Stadtrat Lenzburg gerichtet. Und wie Daniel Mosimann, Vizeammann der Stadt Lenzburg, bestätigte, ist eine solche Aufnahme der Hunzenschwiler Schüler durchaus möglich.

Wie es sich bereits während der Diskussionsrunde in Rupperswil gezeigt hatte, kann über Schulpolitik kaum emotionsfrei debattiert werden. Ein Zuhörer brachte das Dilemma auf den Punkt: «Jede Gemeinde möchte die eigenen Schüler in der eigenen Schule wissen. Deshalb hat die Kreisschule mit nur einem Standort keine Zukunft.»

Dieser Meinung waren aber nicht alle Anwesenden. Kritisiert wurde die Schlussfolgerung aus der Perspektivenanalyse, dass nur Schafisheim als konzentrierter Schulstandort geeignet sei. Zur Diskussion Anlass gab auch die Frage über die Verbindlichkeit einer persönlichen Stellungnahme von Regierungsrat Alex Hürzeler zur Schaffung einer Bezirksschule, falls die Kreisschule weiter bestehen bleiben sollte. In einem Schreiben hatte der Regierungsrat die Ansicht geäussert, er sehe kaum Gründe für einen neuen Bezirksschulstandort, obwohl die gesetzlichen Vorgaben erfüllt seien.

Lösung bleibt Herausforderung

Auch die mögliche Eingliederung der Hunzenschwiler Oberstufenschüler in die Regionalschule Lenzburg war teilweise umstritten. Eine Zuhörerin fragte sich, wie die Schule in Lenzburg auf einen neuerlichen Anstieg der Schülerzahlen reagieren werde. Daniel Mosimann versicherte, dass in den bestehenden Schulhäusern nicht mehr Oberstufenabteilungen als heute geplant und auch nicht gewünscht seien. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie sich die Diskussion um die Zukunft der Kreisschule Lotten weiter entwickeln wird. Noch äussert sich die Bevölkerung in sehr differenter und kaum vereinbarender Weise. Die Lösungssuche bleibt für alle Beteiligten eine Herausforderung.