Unfallursache

Unfallschwerpunkt: Am Lenzburger Poller bleibt mancher hängen

Unfallschwerpunkt: Der Poller am Rande der Lenzburger Altstadt

Unfallschwerpunkt: Der Poller am Rande der Lenzburger Altstadt

Die Poller am Rande der Altstadt in Lenzburg sind weiterhin Unfallschwerpunkt. Jetzt soll mit einer VSS-Norm die Signalisation schweizweit verbessert werden.

«Ich gehe davon aus, dass mich an diesem Unfall höchstenfalls eine Teilschuld trifft», schrieb ein Mann vor drei Monaten seiner Versicherung. Er war in Lenzburg hinter einem Linienbus in die Altstadt gefahren und mit seinem Wagen an einem aufsteigenden Poller hängen geblieben. Als Ortsunkundiger sei ihm diese Art von Einfahrtssperre bislang völlig unbekannt gewesen, argumentierte der Verunfallte. Die Signalisation in Lenzburg sei absolut ungenügend. Man könne daraus nie und nimmer ableiten, dass hier plötzlich ein massiver Pfosten aus dem Boden steige. In Bern beispielsweise, so hatte der Mann zwischenzeitlich herausgefunden, würden Rotlichter auf die Pollergefahr hinweisen.

Der Mann ist ebenso chancenlos, wie es jener Schicksalsgefährte war, dessen Poller-Unfall 2008 vom Bezirksgericht Lenzburg beurteilt wurde. Die Poller-Anlage sei für Ortsunkundige allenfalls wirklich gewöhnungsbedürftig, hielt der Gerichtspräsident im damaligen Urteil fest. Doch das Fahrverbot in die Altstadt sei eindeutig und klar signalisiert.

Die Stadt hat nach jenem Prozess bezüglich Signalistion noch in einigen Punkten nachgebessert und seither ist diese für Christian Brenner, Leiter Tiefbau im Stadtbauamt, wasserdicht: «Es gibt leider nach wie vor regelmässig Unfälle. Aber die Stadt kann nicht dafür belangt werden, wenn Verbots- und Hinweisschilder nicht beachtet werden.» Das bedeute allerdings nicht, dass das Thema Poller für die Stadt ein für alle Mal erledigt sei: «Es gibt bezüglich der Signalisation sicher noch Optimierungspotenzial. Aber wir warten ab, bis die Poller-Problematik demnächst schweizweit geregelt ist.» Ziel sei es, sagt Christian Brenner, dass der VSS (Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute) für die Signalisation von Polleranlagen eine rechtsverbindliche Norm erlasse. Eine solche sei in Arbeit. «Es nützt wenig, wenn Poller in Bern mit einem Lichtsignal, in Lenzburg mit einer Bodenmarkierung und in Rorschach mit Blinklichtern signalisiert sind. Die Signalisation muss schweizweit gleich sein, dann kann sich der Autofahrer auch daran gewöhnen», hält Brenner fest.

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