Seengen
Umstrittene Sanierung: Stimmt die Gmeind für eine breitere Kantonsstrasse?

Die Kantonsstrasse von Seengen nach Sarmenstorf soll saniert und ausgebaut werden, doch die vom Gemeinderat gewünschte Einfahrtbremse ist bei einigen Parteien umstritten. Am Freitag entscheidet die Gemeindeversammlung.

Fritz Thut
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Die Sarmenstorferstrasse soll ausgebaut und an der Seenger Siedlungsgrenze (Foto) mit einer Einfahrtbremse versehen werden.

Die Sarmenstorferstrasse soll ausgebaut und an der Seenger Siedlungsgrenze (Foto) mit einer Einfahrtbremse versehen werden.

Fritz Thut

Strassensanierungsprojekte haben es in Seengen nicht immer leicht. An der Gemeindeversammlung von diesem Freitag steht nun der Ausbau der Kantonsstrasse über den Rügel Richtung Sarmenstorf zur Debatte.

Die von täglich durchschnittlich 3200 Fahrzeugen befahrene K373 ist teilweise in einem schlechten Zustand. Zusammen mit der Sanierung will der Kanton die Strasse von aktuell 4,5 bis 5 Meter Breite auf durchgängig 6 Meter ausbauen. Dies sei das Minimum für das hier geltende Mischverkehrsystem: Die Kantonsstrasse 373 ist hier gleichzeitig als Radroute 654 Bestandteil des kantonalen Radroutenplans.

Fuder überladen?

Weil 160 der total 1440 Meter langen Sanierungsstrecke im Innerortsbereich liegen, muss die Gemeinde gemäss Kantonsstrassendekret 59 Prozent der dort anfallenden Kosten bezahlen. Dies sind exakt 286 150 Franken. Ein Klacks verglichen mit den gesamten Projektkosten von über 5 Millionen Franken.

Weil der Seenger Gemeinderat an der Siedlungsgrenze eine Einfahrtbremse mit optischer Verengung vorsehen liess und die Gemeinde diesen vollumfänglich selbst berappen muss, erhöht sich der beantragte Bruttokredit um 80 000 auf 367 000 Franken.

Damit könnte der Rat dieses Fuder überladen haben. An der Vorbesprechung der Gmeindstraktanden in den Ortsparteien sprachen sich sowohl die FDP wie auch die SVP gegen diese Einfahrtsperre aus. Der Ausbau wurde geschluckt trotz Kulturlandverbrauch, Waldrodung (allerdings mit Ersatzaufforstung) und der Gefahr einer neuen «Rennbahn».

Goldener Fussweg

Der zweite Kreditantrag betrifft die Fusswegverbindung zwischen der Hubpüntstrasse und der Schulstrasse. Mit diesem rund 190 Meter langen Teilstück will man eine «durchgehende und sichere Fusswegverbindung» von der Steinbrunnengasse im Ausserdorf bis zum Schulcampus realisieren.

Der Nachteil der jetzt, nach langen und teilweise schwierigen Verhandlungen präsentierten Lösung: der Preis. 345 000 Franken werden hier beantragt, was pro Meter den doch erstaunlich hohen Betrag von über 1800 Franken ergibt.

Für den Seenger Gemeinderat überwiegt der Nutzen die Kosten: «Das öffentliche Fusswegnetz unserer Gemeinde wird attraktiver», steht in der Vorlage zur Gemeindeversammlung.