Umstrittene Idee
Ehemaliger Gränicher Gemeinderat fordert: Geschäfte auch am Karfreitag öffnen

Alle Läden sollten am Karfreitag offen haben. Diese Forderung kommt vom Aargauer Ruedi Gautschi. Der Gewerbeverband findet die Idee gut und will sogar noch einen Schritt weiter gehen. Das sorgt nicht überall für Begeisterung.

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Tele M1

(phh) Zwei Verkaufstage sollen auf drei Tage verteilt werden. Das ist die Idee des ehemaligen Gränicher Gemeinderats Ruedi Gautschi, der selbst über 50 Jahre im Detailhandel tätig war. Mit dem Karfreitag solle der Gründonnerstag und auch der Ostersamstag entlastet werden, erklärt Gautschi dem Regional-TV-Sender Tele M1. «Dadurch gibt es viel weniger Berührungspunkte in den Läden.»

Diesen Vorschlag schickte Gautschi an den aargauischen Gewerbeverband, wie Präsident Benjamin Giezendanner auch bestätigt. «Ich finde das eine sehr gute Idee, den Karfreitag offen zu haben», sagt Giezendanner. «Die Läden waren lange genug geschlossen.» Er könnte sich sogar vorstellen, noch einen Schritt weiterzugehen und Ostermontag ebenfalls zu öffnen.

Finanziell ein mögliches Minusgeschäft

«Ich sehe keinen Grund für eine solche Öffnung», sagt dagegen Selina Egger, Geschäftsführerin des Gewerkschafts-Dachverbandes ArbeitAargau, auf Nachfrage der AZ. «Ich bezweifle, dass es kundenseitig diesbezüglich ein grosses Bedürfnis gibt,» Auch ein künstlich geschaffenes Angebot erhöhe nicht die Nachfrage. Letztlich wäre dies zum Nachteil der Arbeitnehmenden, die an diesem hohen Feiertag arbeiten müssten.

«Das Verkaufspersonal hat ohnehin schon längere Arbeitszeiten», sagt auch Alois Koller, Inhabers des Dorfladens in Rothrist. Es gingen zwar am Osterwochenende mehr Leute zum Einkaufen, wie er gegenüber Tele M1 erklärt, mit einem grossen Andrang rechne er jedoch nicht. Damit wäre ein zusätzlicher Öffnungstag finanziell sogar ein Minusgeschäft, denn, so Koller: «An einem Feiertag muss den Angestellten auch mehr Lohn bezahlt werden.»

Nationalrat Giezendanner will Gautschis Anregung nun an den Grossen Rat zur Behandlung weiterleiten. Denn letztlich muss das Aargauer Parlament über so eine Bewilligung entscheiden. Ob das auf die Schnelle bis Anfang April umgesetzt werden kann, ist ungewiss.