Bereits um 7 Uhr morgens begannen die Bauamtsmitarbeiter gestern Freitag mit ihrer Arbeit. Sie wussten noch nicht, was sie erwarten würde: «Wir denken schon, dass einige Leute ausgemistet haben. Wie viel es wird, ist schwer zu sagen», so Dieter Frey, stellvertretender Werkhofmeister.

Eine halbe Stunde später stehen Frey und Lehrling auf dem Müllwagen. Stück für Stück werfen sie den Sperrmüll ins Fahrzeug. Darunter ein Kinderpool, Aktentaschen oder auch Skis. Der Fahrer steigt zwischendurch ebenfalls aus, um beim Einladen mitzuhelfen. «Ich dachte mir schon, dass es heute viel Arbeit gibt», sagt er. Später ruft er einen zweiten Müllwagen, um der Abfallmenge Herr zu werden.

Vier Lastwagen, neun Stunden

Dreimal mehr Sperrgut als normal haben die Bauamtsmitarbeiter gestern bei einer ausserordentlichen Sperrgutabfuhr gesammelt. Die rund 17 Tonnen entsprechen vier Lastwagen und neun Stunden Arbeit. «Bei einer normalen Abfuhr machen wir das ganze Dorf in zweieinhalb Stunden und haben vielleicht 6 Tonen Abfall», sagt Dieter Frey. Er und Lehrling Patrick Eichenberger waren den ganzen Tag unterwegs.

Nach zwei Anläufen war es der Gemeinde Birrwil dieses Jahr gelungen, die kantonale Regelung zu den Abfallgebühren von der Gemeindeversammlung absegnen zu lassen. Es wurde höchste Zeit: Mit 300 Kilogramm pro Kopf war die Abfallmenge eines Birrwilers fast doppelt so hoch, wie die eines durchschnittlichen Aargauers.

Weil die Bauamtsmitarbeiter den Abfall gegen eine jährliche Pauschale vor der Haustüre abholten, wurde kaum recycelt: Glasflaschen und Blechbüchsen landeten in der Kehrichtsverbrennung. Ausserdem sei auch der Abfall von Bekannten aus den umliegenden Dörfern vor die Tür gestellt worden, sagt Werkhofmeister Hanspeter Wyss. «Wir hoffen, dass die Leute nächstes Jahr mehr darauf achten, ihre Abfälle umweltgerecht zu entsorgen.»