Region Lenzburg
Umfahrungen sollen Zentren von Seon und Schafisheim entlasten

Mit der «Netzstrategie Unteres Seetal» soll der Autoverkehr aus dem Seetal via Anschluss Aarau Ost auf die Autobahn gelenkt werden. Regierungsrat Stephan Attiger und Projektleiterin Marianne Brunner präsentierten den Medien den Schlussbericht.

Fritz Thut
Drucken
Umfahrungen für Seon und Schafisheim
4 Bilder
Medienorientierung Netzstrategie Unteres Seetal in Seon: Projektleiterin Marianne Brunner erklärt, was die drei Hauptziele sind.
Mit der Netzstrategie Unteres Seetal will man laut Projektleiterin Marianne Brunner drei Hauptziele verfolgen.
Vorgesehene Zufahrt vom Seetal auf die modifizierte A1-Einfahrt Aarau Ost mit den Umfahrungen Seon und Schafisheim (rot).

Umfahrungen für Seon und Schafisheim

Emanuel Freudiger

Wie kann die angespannte Verkehrssituation in der Region Lenzburg nachhaltig entschärft werden? Wie bringt man die immer zahlreicheren Autos aus dem Seetal möglichst flüssig auf die Autobahn? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Bericht «Netzstrategie Unteres Seetal – Anbindung an die A1», der gestern von Regierungsrat Stephan Attiger in Seon vorgestellt wurde.

Verschiedene Massnahmen wurden in enger Zusammenarbeit von Attigers Baudepartement und Vertretern der Region (Gemeinden und Lebensraum Lenzburg Seetal) ausgearbeitet. Kurzfristig will man sich mit einem intensiveren Verkehrsmanagement (Erhebungs- und Steuerungsmechanismen) behelfen.

Ostumfahrungen für zwei Dörfer

Langfristig sieht das von Projektleiterin Marianne Brunner vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) präsentierte Papier aber auch neue Strassen vor. Innerhalb der Planungshorizonts C, der je nach Betroffenheit anders terminiert wird, soll der Hauptteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) aus dem Seetal über die westliche Ypsilon-Spange auf die Einfahrt Aarau Ost geleitet werden.

Mit diesen Aussichten werden die beiden Ortskerne von Seon und Schafisheim neu «umfahrungswürdig», wie die Verkehrsplaner sagen. Die Netzstrategie sieht die Umfahrungen im Osten der Gemeinden vor. Die entsprechenden Trassees inklusive des wieder reaktivierten Vorhabens der Spange Seon Nord sollen als sogenannte «Vororientierung» im Richtplan festgeschrieben werden.

Durch die Umfahrungen werden nach Ansicht von Baudirektor Attiger die aktuellen Ortszentren, in denen die Verkehrskapazität reduziert wird (grüne Flächen auf nebenstehender Karte), aufgewertet. «Das Wohnen dort wird wieder attraktiver», zeigte sich der Regierungsrat gestern überzeugt, denn: «Strassenprojekte sind immer auch Siedlungsentwicklungsprojekte.»

A1-Ausbau als Zeitfaktor

Mit der Netzstrategie Unteres Seetal will man laut Projektleiterin Marianne Brunner drei Hauptziele verfolgen: Die Erreichbarkeit des Regionalzentrums Lenzburg soll verbessert, die Anbindung an die A1 soll optimiert und die Reisezeiten insbesondere für die Busse des öV sollen verlässlicher werden.

Diese Vorgaben hat man einer umfassenden Analyse des nicht befriedigenden Jetzt-Zustands definiert. Verschiedene Massnahmen hat man bereits beschlossen, so etwa den Ausbau des Knotens Neuhof (Zufahrt zur A1-Einfahrt Lenzburg) oder die drei Kreuzungen auf der Aarauerstrasse in Schafisheim (rote Kreise auf nebenstehender Karte).

Eine zentrale Rolle spielt bei allen Überlegungen die Autobahn: «Die Kapazität der A1 macht uns am meisten Kummer», so Attiger. Der Regierungsrat wird sich beim Bundesamt für Strassen (Astra) für einen 6-Spur-Ausbau (oder als Zwischenlösung für eine Pannenstreifennutzung) von Aarau Ost bis Birrfeld einsetzen, wie Attiger den Seetaler Gemeindevertretern versprach.

Ist in 12 bis 20 Jahren die Verkehrskapazität erhöht, gibt es weitere Möglichkeiten zur Optimierung der Einfahrten Aarau Ost und Lenzburg. In Lenzburg kommt dann die direkte Rampe auf die Zürcher Fahrspur wieder aufs Tapet. In der Zwischenzeit will man sich mit der Installation einer Lichtsignalanlage, beim Linksabbieger auf die Zürich-Einfahrt behelfen und so einen Unfallschwerpunkt eliminieren.

Die «Netzstrategie Unteres Seetal» ist für die Regional- und Kommunalpolitiker eine wichtige Planungsgrundlage. Die verbindlichen Planungsunterlagen müssen nun in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, teilweise unter Einbezug des Stimmvolkes, ausgearbeitet werden.Kommentar rechts

Aktuelle Nachrichten