Lenzburg
Umbau Museum Burghalde: Neues gestalten, um Altes zu erhalten

Am 13. Juni entscheidet die Ortsbürgergemeinde Lenzburg über Umbau und Erneuerung des Museums Burghalde. Höchste Zeit: Das Museum entspricht nicht mehr aktuellen Anforderungen. Veraltete Dauerausstellung, mangelnde Besucherinfrastruktur, sowie nicht behindertengerecht.

Heiner Halder
Drucken
Teilen
Das Museum Burghalde soll erneuert werden. Hier die Visualisierung der Aussenansicht mit dem neuen Eingang.

Das Museum Burghalde soll erneuert werden. Hier die Visualisierung der Aussenansicht mit dem neuen Eingang.

zvg

Wenn Museen selber museal werden, verlieren sie an Attraktivität. Das Lenzburger Stadtmuseum war bei seiner Eröffnung 1985 moderner als Schloss und Schlössli. Heute steht es im Schatten der Museen Aargau und Aarau.

Nach über 30 Jahren entspricht es nicht mehr aktuellen Anforderungen und Ansprüchen. Keineswegs behindertengerecht, veraltete Dauerausstellung, mangelnde Besucherinfrastruktur, haustechnische Anlagen am Rande, ungenügende Wärmedämmung, feuchte Gewölbekeller. Die Besucherzahlen sind zwar noch befriedigend, vor allem was die von den Schulen geschätzte Urzeitwerkstatt betrifft, doch will man ihnen mehr bieten.

Am 16. März 2015 beschloss die Ortsbürgergmeind einen Projektierungskredit von 520 000 Franken, verbunden mit der Verpflichtung, dass die Ortsbürger nur mit einer Nettoinvestition vom maximal 4,5 Millionen belastet werden. Für die Stiftung Museum Burghalde bedeutete dies, von der Gesamtsumme von 6,7 Mio. mindestens 2,2 Mio. aus Drittmitteln zu beschaffen. Dies ist ihr gelungen, sodass in dieser Hinsicht kein Hindernis besteht.

Sorgfalt mit alter Bausubstanz

Das Projekt passt die Alte Burghalde sanft an die neuen Bedürfnisse an. Die nötigen baulichen Eingriffe beschränken sich auf den 1985 umgebauten Mittelteil der ehemaligen Scheune, womit die historische Bausubstanz weitestmöglich geschont wird. Der zum ehemaligen Scheunentor seitwärts verlegte Eingangsbereich wird mit Kasse, Garderobe und Shop erweitert, die neue «Dietschi-Stube» dient als Aufenthaltsraum, mit dem neuen Treppenhaus wird der Rundgang mit der Geschichte Lenzburgs und die Besiedlung der Region vor 6000 Jahren durch das ganze Museum möglich und dank dem Lift behindertengerecht.

Visualisierter Blick in den Bereich Steinzeit.

Visualisierter Blick in den Bereich Steinzeit.

In Erdgeschoss und neuer Galerie werden Ur- und Frühgeschichte platziert, das Steinkistengrab aufgewertet. Die experimentelle Archäologie behält ihren Platz. Der Hauptteil der beiden Obergeschosse ist der Stadtgeschichte und Industriegeschichte zugewiesen. Die historischen Räume inklusive Barocksaal der Burghalde sind der Baugeschichte und den Bewohnern gewidmet. Die Ikonensammlung bleibt im Gewölbekeller und wird durch die bisherigen Keramikkeller erweitert.

Optimismus bei Verantwortlichen

Die Baukosten belaufen sich auf 6,409 Mio. zuzüglich 320 000 Franken vorgezogener Unterhalt für die Alte Burghalde (Dachsanierung), somit insgesamt 6,729 Mio. Franken. Die Museumsstiftung generiert Drittmittel von 2,25 Mio., sodass die Nettobelastung der Ortsbürgergemeinde 4,479 Mio. beträgt.

Mit zwei «Zukunftsgesprächen» zur Neugestaltung der Ausstellung und zwei Orientierungsversammlungen wurde die Öffentlichkeit ausführlich informiert. Bei Letzteren blieben nach den Ausführungen von Museumsfachleuten und Architekten keine Fragen offen, die Grundstimmung im Publikum war durchaus positiv.

Museumsleiterin Christine von Arx, nach ihrem Stimmungsbarometer befragt: «Ich bin nach dieser Führung zuversichtlich, und das mit gutem Grund. Bei dem intensiven Mitwirkungsverfahren für die Öffentlichkeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass wir mit der Planung auf dem richtigen Weg sind. Ich gehe mit gutem Gefühl in die Gemeindeversammlung der Ortsbürger.»

«Hausaufgaben gemacht»

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht», freut sich Stiftungsratspräsident Urs F. Meier, «die uns von der Ortsbürgergemeinde auferlegte Verpflichtung haben wir angenommen und ausgeführt. Dank grosszügigen Zuwendungen von privaten Gönnern, Firmen und Institutionen ist es der Stiftung gelungen, den geforderten Betrag von 2,25 Millionen zusammenzutragen, dafür danken wir den Spendern herzlich.»

Aktuelle Nachrichten