Staufen

«Ueli de Chnächt»: Einmal mit Heugabel und einmal mit Handy

Ueli mit Tablet und Handy ist ein aufgeklärter junger Mann. Ist er seinem Namensvetter doch ähnlicher, als man denkt?

Ueli mit Tablet und Handy ist ein aufgeklärter junger Mann. Ist er seinem Namensvetter doch ähnlicher, als man denkt?

Sind Gotthelfs Ueli und die heutige Jugend so verschieden, wie ihr Äusseres vermuten lässt? In «Ueli de Chnächt 2016» sucht das Freilichttheater Staufberg nach Antworten.

«Ueli de Chnächt 2016» heisst die neue Produktion des Freilichttheaters Staufberg. Anders, als bei «Vatto, der Zeitenwanderer», wo sich die Theater-Verantwortlichen vor zwei Jahren mit der Geschichte des helvetischen Feldherrn Vatto möglicherweise etwas zu experimentierfreudig gezeigt hatten (und die Aufführungen unter freiem Himmel von der Witterung nicht gerade begünstigt waren), wendet man sich mit der kommenden Inszenierung auf dem Staufberg jetzt prominentem Stoff zu. 

Das Theater basiert auf dem gleichnamigen Roman des Heimatschriftstellers Jeremias Gotthelf. Und wie das Vorgänger-Stück stammt das Skript aus der Feder des Wohler Autors Peter Locher.

Wohl will Locher mit einer bekannte Geschichte das Publikum locken: «Die Leute erwarten Gotthelf, den sollen sie auch zu sehen bekommen», unterstreicht er das dramaturgische Konzept. Trotzdem will er nicht einfach nur eine geschichtliche Abhandlung wiedergeben. Hinweis darauf ist die Jahrzahl 2016 im Titel. Sie führt zur konkreten Erzählung.

Ueli aus verschiedenen Epochen

Im Theaterstück verbringen Jugendliche ein Wochenende in einem alten Bauernhaus. Bewaffnet mit Schlafsack und einer Kiste Bier richten sich die jungen Leute im Hof des einsturzgefährdeten Hauses ein und machen Party. Sie stöbern in all dem staubübersäten Ramsch und Plunder, der sich in den alten Räumen befindet. Dabei fördern sie ein Buch zutage: Es ist «Ueli der Knecht» von Jeremias Gotthelf.

Interessiert blättern die Mädchen und Buben im vergilbten staubigen Werk: In der Folge begegnen sich zwei Welten, die zeitlich zwar über einhundertfünfzig Jahre auseinanderliegen, sich in ihren Freuden und Nöten jedoch näher sind, als man vorerst denken könnte.

«Die beiden Ueli könnten Zwillingsbrüder sein, die allerdings aus verschiedenen Epochen stammen», sagt Locher, der gleichzeitig auch Regie führt. Der Ueli der Vergangenheit errichtet mit der Gabel Heuschochen, der Ueli der Moderne ist mit Handy und Tablet ausgerüstet. Unterscheiden tun sie sich auch in ihrer Ausdrucksweise: Ueli aus dem 19. Jahrhundert verwendet in seiner Sprache ganz andere Begriffe als die heutige Jugend.

Locher verspricht eine süffige Geschichte mit allem Drum und Dran – vom Herzschmerz bis zur Schlägerei.

Bis zu 40 Akteure auf der Bühne

Gespielt wird wieder auf der Pfarrwiese auf dem Staufberg. «Die natürliche Kulisse bietet eine herrliche Rundsicht ins Aare- und Seetal», sagt Markus Moser, Produktionsleiter und und Präsident des Freilichttheater-Vereins. Er ist zufrieden, dass das bewährte Organisationskomitee zu grossen Teilen mit dabei ist.

Die musikalische Leitung liegt bei Urs Erdin, der bereits für die bisherigen Theater die Musik komponiert hat, für die Choreografie ist Tanzlehrerin Simone Frey zuständig.
Noch wird am Theater-Inhalt gefeilt. Bis im August wird er fertig sein. Jetzt werden Laien-Schauspieler für die Inszenierung gesucht. Markus Moser rechnet mit etwa 40 Akteuren auf der Bühne, davon 20 bis 25 mit Sprechrollen, die übrigen, das ist der Chor, repräsentieren das Volk. Hinzu kommen weitere gute Geister, die neben und hinter der Bühne mitwirken werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1