Bei schönem Wetter, wie in diesen Tagen, suchen viele Ausflügler Abkühlung und Erholung am Hallwilersee. Eng wird es dabei nicht nur an Badeplätzen und in den Strandbädern.

Auch die Parkplätze am Hallwilersee sind an Spitzentagen überfüllt. Eine umfassende regionale Lösung, um den Andrang zu bewältigen, ist vor vier Jahren gescheitert. Die betroffenen Gemeinden sind deshalb auf sich selbst gestellt.

In Meisterschwanden hat man gehandelt und ein neues Parkplatz-Konzept umgesetzt. «Auf Druck der Bevölkerung sahen wir uns gezwungen, vorwärtszumachen», sagt Gemeindepräsident Ueli Haller.

Vier Orientierungstafeln sind an den Einfallstrassen montiert worden, zudem wird bei Bedarf der Verkehrsdienst aufgeboten. Dieser verwehrt Automobilisten die Zufahrt zum See, wenn dort alle Parkplätze besetzt sind, und weist sie auf die nächstgelegenen freien Abstellflächen im Dorf.

Verkehrsdienst nur bei Bedarf

In Meisterschwanden ist genau festgelegt, wann der externe Verkehrsdienst aufgeboten wird. Man beschränkt sich auf jene Tage, an denen wirklich ein Grossandrang erwartet wird.

«Als Richtlinie gilt eine erwartete Temperatur von mindestens 30 Grad», nennt Gemeindepräsident Haller die wichtigste Voraussetzung.

Ist dies gegeben, wie heute Freitag und morgen Samstag, startet die Bauverwaltung beim Restaurant Seerose, beim Schwimmbad Seerose bei der Regionalpolizei und bei der Schifffahrtsgesellschaft eine Umfrage über den erwarteten Besucheransturm.

Nicht berücksichtigt ist das private Arbeiterstrandbad Tennwil, das auf Absprache selbst Lösungen, etwa mit geeigneten Landwirtschaftsflächen, anbietet.

An einem Grosskampftag umfasst der Verkehrsdienst in Meisterschwanden vier Personen. Wenn die rund 800 kostenpflichtigen Parkfelder bei «Seerose» und Schwimmbad besetzt sind, werden Autofahrer schon an der Kantonsstrasse abgefangen und auf die neu angelegten 204 Parkfelder südlich des Sportplatzes umgeleitet.

Auch hier ist eine Gebühr zu entrichten. Mit diesen Einnahmen sollen im Idealfall die Zusatzkosten für den Verkehrsdienst bestritten werden: «Wir streben hier eine Null-null-Rechnung an», so Haller.

Der Gemeindepräsident betont: «Es geht nur mit Ordnungskräften: Sonst fahren die Automobilisten gleichwohl runter an den See.»

Das frühe Abfangen und Umleiten von Erholungssuchenden soll den Schleichverkehr in Wohnquartieren und das wilde Parkieren verhindern. Die Ordnungskräfte können Bussenzettel austeilen, die Strafgebühren können dabei dreistellig sein.

An den wenigen schönen Tagen in diesem Jahr haben sich laut Ueli Haller die Massnahmen bewährt: «Wir hatten die Situation immer im Griff.» Eine weitere Entlastung gibt es für 2015. Ab diesem Herbst stehen im Parkhaus des neuen Gemeindezentrums weitere 100 Parkfelder zur Verfügung.

Lösung in Seengen erst 2015

In den anderen Aargauer Gemeinden rund um den Hallwilersee präsentiert sich die Situation unterschiedlich. Das grösste Chaos herrschte zuletzt jeweils in Seengen. Doch dies soll sich gemäss Vizeammann Dieter Gugelmann aber ändern: «Wir streben eine Lösung bis im nächsten Jahr an», sagt Gugelmann, der im Gemeinderat für das Verkehrsressort zuständiger ist.

Vorgesehen ist, den Parkplatz von Schloss Brestenberg herzurichten und kostenpflichtig zu machen. Die Verhandlungen mit der Eigentümer-Stiftung seien auf gutem Weg, sagt Gugelmann.

Ausserdem sind in Seengen Orientierungstafeln über die Parkplatzstandorte geplant, und die Gemeinde versucht Landwirtschaftsland ins Auge zu fassen, um ein Überlaufventil bei Grossandrang zu haben. Für die verschiedenen Massnahmen sollen die entsprechenden Gelder laut Gugelmann ins Budget 2015 eingestellt werden.

Mit der Schiffanlegestelle, dem Seehotel Hallwil und der Badi mit angrenzenden Uferpartien gibt es in Beinwil am See zahlreiche Anziehungspunkte. Zum Glück hat Beinwil mit rund 1000 Feldern den grössten Parkplatz in Seenähe.

Gemäss Gemeindeschreiber Stefan Jetzer kommt an den seltenen Tagen, wenn selbst diese Kapazität nicht ausreicht, ein gemeindeeigener Ordnungsdienst zum Einsatz: «Das ist ein eingespieltes Team, das die Zufahrt zum See schon an der Seetalstrasse stoppt.»

«Bei uns funktioniert es eigentlich gut», sagt Monika Gloor, Gemeindeschreiberin in Birrwil. Beim Neubau der «Schifflände» hat die Gemeinde ein Verkehrs- und Parkingkonzept verlangt.

Ist das Parkhaus voll, werden die Autofahrer via Anzeige schon oben an der Seetalstrasse informiert, dass es nichts bringt, die einzige schmale Zufahrt zum See unter die Räder zu nehmen.

«Wir haben hier in Boniswil – nicht zuletzt dank den Patrouillen der Regionalpolizei – keine Probleme», erklärt
Gemeindeschreiber Rudolf Holliger. «Bei uns kommen die Leute zu Fuss oder stellen die Autos beim Schulhaus ab.» Boniswil hat neben dem grossen Schutzgebiet lediglich eine kleine Badi; also keinen touristischen Hotspot.