Lenzburg

Überdruck bei der CVP könnte anderen bei den Grossratswahlen schaden

Im Bezirk Lenzburg ist neu ein 13. Sitz zu vergeben. Die Ausgangslage ist sehr offen.

Die CVP hat Erfahrung mit Überdrucksituationen: Und sie weiss, dass man dabei auch gewinnen kann. So hatte sie ab dem Jahr 2000 überraschend zwei Regierungsräte, nachdem der parteiintern nicht berücksichtigte Rainer Huber «wild» gegen den offiziellen Kandidaten Roland Brogli angetreten war. Wird die CVP jetzt bei den Grossratswahlen im Bezirk Lenzburg vom Überdruck profitieren?

Hat sie am Schluss im nur bedingt katholisch geprägten Bezirk statt eines (wie bisher) künftig drei Sitze? Nichts ist ausgeschlossen. Denn es treten neben den drei Bisherigen Sabine Suttter-Suter (orig. CVP Lenzburg), Cécile Kohler (zugezogen aus der CVP des Bezirks Baden) und Maya Bally (eingewechselt von der BDP) auch die äusserst ambitionierte Christina Bachmann («Bald kommen meine Tage») an. Hinter diesem Vierkampf verblassen die anderen Kandidaten etwas, obwohl die CVP-Liste qualitativ gut bestückt ist.

Alle Bisherigen möchten wiedergewählt werden

Der Bezirk Lenzburg hatte bisher zwölf Grossräte. Wegen des Bevölkerungswachstums sind es neu 13. Sämtliche Bisherigen treten wieder an. Obwohl die BDP (Maya Bally hat sich transferiert) nicht mehr dabei ist, sind wieder neun Parteien am Start: Neu auch die Lösungs-Orientierte Volks-Bewegung – sie wird ebenso chancenlos sein wie die EDU.

Die Sitzverteilung:

Bisher 12 Sitze (In Klammer: Veränderung zu den Wahlen 2012)
SVP 3 (–1)
FDP 2 (+1)
SP 2 (–)
CVP 1 (–)
Grüne 1 (–)
GLP 1 (–)
BDP 1 (–)
EVP 1 (–)

Alle Bisherigen treten wieder an. Wenn alles nach Plan liefe, wäre nur der neue, zusätzliche Sitz zu vergeben. Erfahrungsgemäss gibt es aber immer wieder Abwahlen. Bemerkenswert ist auch, dass die GLP-Grossrätin Barbara Portmann (45) bereits angekündigt hat, sie werde voraussichtlich in zwei bis drei Jahren zurücktreten. Sollte die GLP keinen zweiten Sitz schaffen (was möglich ist), geht es also darum, mindestens erster Ersatz zu werden: In einer guten Ausgangslage ist dabei Matthias Betsche (49, Möriken-Wildegg), der Präsident von Pro Natura Aargau.

Die SVP hat weniger Stars als auch schon

Die SVP hofft, den 2016 an die FDP verlorenen vierten Sitz wieder zurückzugewinnen. Sie hat allerdings das Handicap, das der Biobauer Alois Huber (Möriken-Wildegg) nicht mehr mit dabei ist. Er gehört jetzt dem Nationalrat an, seine Nachfolgerin ist Jacqueline Felder (51, Boniswil). Als mögliches neues Zugpferd hätte sich Michelle Rütti-Kummli (34, Meisterschwanden) angeboten.

Doch die Vizepräsidentin der kantonalen SVP verzichtete auf eine Kandidatur. So steht hinter den Bisherigen der leitende Arzt René Fiechter (50, Hunzenschwil), der es 2016 auf den dritten Ersatzplatz schaffte. Klarer Leader auf der SVP-Liste ist Pascal Furer (49, Staufen), der designierte Grossratspräsident. Erneut kandidiert Rolf Jäggi (51, Egliswil).

Bei welchen Parteien sich kaum etwas ändern wird

Für die FDP geht es primär darum, den zweiten Sitz zu bestätigen. Das sollte mit den Bisherigen Jeanine Glarner (36, Möriken-Wildegg) und Gérald Strub (50, Gemeindeammann Boniswil) zu schaffen sein

Ein Sitzgewinn der SP (es kandidieren wieder Daniel Mosimann, Lenzburg und Gabi Lauper, Niederlenz) wäre ebenso überraschend wie einer der Grünen (Maurus Kaufmann, Seon) oder der EVP (Christian Minder, Lenzburg). (uhg)

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