Lenzburg
Übungsabbruch: Das Projekt für «Haus am Turm» ist zu teuer

Der geplante Neubau anstelle des alten Pfarrhauses ist vorläufig sistiert. Weil das Projekt «Assemblage» um eine Million zu teuer wird, hat die reformierte Kirchenpflege den Antrag für den Projektkredit an der zurückgezogen.

Heiner Halder
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Das Siegerprojekt «Assemblage» des Architekturwettbewerbs für das neue «Haus am Turm» bei der Lenzburger Stadtkirche.

Das Siegerprojekt «Assemblage» des Architekturwettbewerbs für das neue «Haus am Turm» bei der Lenzburger Stadtkirche.

Visualisierung Froelich & Hsu Architekten Brugg

Den Mitgliedern der Reformierten Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken sollte am 18. November ein Projektkredit für den geplanten Neubau «Haus am Turm» unterbreitet werden.

Das im Juli prämierte und der Öffentlichkeit präsentierte Projekt «Assemblage» der Architekten Froelich & Hsu aus Zürich/Brugg sei aufgrund «zahlreicher positiver Äusserungen und wertvollen Anregungen» seither «fortlaufend konkretisiert» worden und die definitive Planung nun spruchreif. So stand es in der Einladung zur Kirchgemeindeversammlung.

Den Rückzieher der Kirchenpflege konnten aufmerksame Leser dem Veranstaltungs-Inserat im «Kirchenzettel» entnehmen: «Über einen Projektkredit in Sachen «Haus am Turm» kann an der Versammlung noch nicht entschieden werden.»

Weil der Sachbearbeiter in Sachen Neubau, Prof. Martin Killias, an der Versammlung Ausland-abwesend war, übernahm Kirchenpflegepräsident Johannes Burger die undankbare Aufgabe, die Planungs-Panne zu begründen.

Massive Kostenüberschreitung

Bei der Konkretisierung des Projektes «Assemblage» habe sich eine massive Kostenüberschreitung von rund einer Million ergeben; der Plafond war auf 2,5 Millionen beschränkt worden.

Die unerwarteten Mehrkosten hätten sich aus den kumulierten Wünschen und dem «hohen Stellenwert der städtebaulichen Seite» sowie «Unwägbarkeiten im Innenausbau» ergeben – obwohl auf die Unterkellerung verzichtet wurde. 3,5 Mio. seien für die Kirchgemeinde nicht finanzierbar, «wir wollen eine Verschuldung vermeiden», hielt Burger fest.

Zwar sei die finanzielle Situation gut, doch wolle man den Handlungsspielraum nicht verspielen.

Der Übungs-Unterbruch soll nun von der Kirchenpflege zur Fokussierung auf eine verbindliche Finanzplanung betreffend Prioritäten bei den Immobilien-Aufwänden genutzt werden.

Schliesslich steht noch ein Renovations-Projekt «Stadtkirche plus Südseite Kirchhof» an und mit dem mit 1,494 Mio. Ausgaben und Einnahmen ausgeglichenen Budget 2014 sollen 30 000 Franken für die wassersichere Unterbringung des Archivs im Kirchgemeindehaus Lenzburg investiert werden. Am Steuerfuss von 17 Prozent wird nicht gerüttelt.

Kirchenpflegepräsident Johannes Burger betonte abschliessend, dass die erwünschten Räume nach wie vor nötig sind. Am Projekt «Assemblage» könnten die notwendigen Abstriche wohl nicht so einfach vorgenommen werden.

Das ganze Projekt «Haus am Turm» wird gründlich zu überdenken sein. Über das weitere Vorgehen werde zu gegebener Zeit informiert, präzisere Terminpläne werden nicht mehr gewagt. Die 60 anwesenden Kirchgemeindemitglieder nahmen das cool zur Kenntnis.