Lenzburg
Über 2500 Unterschriften gegen Schliessung des KV Lenzburg

Die Region Lenzburg wehrt sich schlagkräftig gegen die drohende Schliessung des KV Lenzburg/Reinach. Ein überparteiliches Komitee hat eine Petition mit über 2500 Unterschriften bei Bildungsdirektor Alex Hürzeler deponiert.

Pascal Meier
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Die Lenzburger Delegation übergibt Bildungsdirektor Alex Hürzeler die Unterschriften (von links): Linda Kleiner, Franziska Möhl, Sabine Sutter-Suter und Kathrin Scholl.

Die Lenzburger Delegation übergibt Bildungsdirektor Alex Hürzeler die Unterschriften (von links): Linda Kleiner, Franziska Möhl, Sabine Sutter-Suter und Kathrin Scholl.

Pascal Meier

Die Unterschriftensammlung dauerte zwei Monate, eingereicht waren die unterzeichneten Formulare in nur zwei Minuten: Bildungsdirektor Alex Hürzeler nahm gestern am späten Nachmittag die Petition gegen die drohende Schliessung des KV Lenzburg/Reinach entgegen. Ein überparteiliches Komitee unter CVP-Führung aus Lenzburg hat seit Anfang August über 2500 Unterschriften zusammengebracht – Unterschriften von Lehrern, Lehrmeistern, ehemaligen und aktuellen Schülern sowie vielen anderen Sympathisanten des KV, dem mit dem Standort- und Raumkonzept des Regierungsrates das Aus droht.

«Die Betroffenheit in der Region Lenzburg ist gross, viele haben sofort unterschrieben», sagte KV-Präsidentin Kathrin Scholl zur hohen Zahl der Unterschriften. «Was die Regierung will, ist nicht nachvollziehbar.» Bei der Petitionsübergabe in Aarau dabei waren auch Einwohnerratspräsidentin Linda Kleiner, Orts-CVP-Präsidentin Sabine Sutter-Suter und Stadträtin Franziska Möhl. Möhl sagte: «Viele Lehrmeister tragen unsere Petition mit.»

Regierungsrat Alex Hürzeler begrüsste die Lenzburger Delegation in der Eingangshalle des Departements Bildung, Kultur und Sport. Hürzeler sagte, man lasse die Argumente in die Diskussion einfliessen. Er nahm die Unterschriftenbögen entgegen, reichte Sabine Sutter-Suter die Empfangsbestätigung – und verabschiedete sich wieder. Es schien, als sei alles längst gesagt.

Vernichtende Kritik der Parteien

Tatsächlich wurde in den vergangenen Monaten viel gesagt zu den Plänen des Regierungsrates, der die Berufsschulen konzentrieren und die Mittelschulen gleichmässiger auslasten will. Weil dadurch mehrere Schulen von der Schliessung bedroht sind, laufen diese gegen die Pläne Sturm. Auch beim
KV Lenzburg, der drittgrössten
KV-Schule im Kanton mit der zweitbesten Auslastung. Nebst der Unterschriftensammlung gibt es in Lenzburg Kritik von Stadtrat, Gewerbe und Politik.

Seit wenigen Tagen dürfen die Vertreter der betroffenen Schulen jedoch wieder hoffen: Im Grossen Rat droht dem Standortkonzept bereits jetzt der Absturz. In der Vernehmlassung, die vergangene Woche abgelaufen ist, lassen die Parteien kaum ein gutes Haar an den Plänen. Die SVP unterstützt keine der drei vorgelegten Varianten. Auch die FDP gibt dem neuen Konzept kaum Chancen und empfiehlt, die Vorlage in dieser Form zurückzuziehen.
SP und Grüne wollen die Pläne zurückweisen, die BDP spricht von einem «Papiertiger». Nur die CVP unterstützt das Konzept teilweise, fragt sich jedoch, ob die Verschiebungen zumutbar seien.

Die Lenzburger Delegation fühlt sich damit in ihrem Anliegen, das KV Lenzburg/Reinach zu erhalten, bestätigt. «Es macht Sinn, das Konzept an den Absender zurückzuweisen», sagte Franziska Möhl. Die Petition und die Resultate aus der Anhörung der Parteien unterstützten sich gegenseitig.