Therese Burri reicht es. Endgültig. Ständig befindet sich ihr Mann Toni auf Achse. Kommt morgens erst um 4 Uhr von der Feuerwehrübung nach Hause, nur um dann gleich wieder wegzufahren an eine Sitzung des Bauernverbands. Vereine, Verbände, Kommissionen sind sein Leben. Für die Arbeit auf dem Bauernhof bleibt kaum Zeit übrig, für seine Frau sowieso nicht. Jetzt hat Therese Burri die Nase voll.

So präsentiert sich die Ausgangslage im Schwank «En Frau z vill», den die Theatergruppe Brunegg in der kommenden Woche in der Turnhalle von Brunegg auf die Bühne bringt. Und dabei hat das Stück ja gerade erst begonnen. Therese Burri beschliesst nämlich, für zwei Wochen bei ihrem Bruder unterzukommen und hinterlässt im Haushalt eine Leere, in der sich das Chaos mit grossem Vergnügen für die Zuschauer einnisten kann. Vergnügen am Stück hat auch das Schauspieler-Ensemble. Einhellig bestätigen die Laiendarsteller am Rande einer Probe, dass es grossen Spass bereite, auf der Bühne in eine fremde Rolle zu schlüpfen. Ruedi Eichenberger, der im aktuellen Stück Thereses Mann Toni Burri spielt, sagt: «Mir gefällt, dass man sich auf der Bühne ein wenig gehen lassen kann. Das Interessante am Theater ist ja, dass man etwas spielen kann, das man selber nicht ist.»

Autorin aus Möriken

Und dazu bietet der Schwank «En Frau z vill», der aus der Feder der in Möriken wohnhaften Autorin Hanna Frey stammt, genügend Gelegenheiten. Unzimperlich bis rabiat geht es nämlich im Haushalt der Burris bald schon zu und her. Unter der Knute von Haushälterin Dorli hat vor allem Nachbar Lang zu leiden. Dieser wiederum lädt seine zwei Internetbekanntschaften ins Haus der Burris ein, um mit dem Schein des Gutsbesitzers angeben zu können. Selbstredend sorgen die beiden Neuankömmlinge auf der Stelle für zusätzliche, heitere Verwirrung.

Theatergruppe jetzt selbstständig

Gegründet als Teil des Chors «La Brunegg», ist die Theatergruppe betroffen von der schwierigen Situation, in der sich der Gesangsverein zurzeit befindet. Nur wenn sich auf die nächste Generalversammlung hin genügend interessierte Sängerinnen und Sänger einfinden, gibt es für den Chor eine Zukunft. Aus diesem Grund wurde bereits vor einem Jahr entschieden, die Theatergruppe auf eigene Füsse zu stellen und unabhängig vom Chor zu führen. «Für uns war völlig klar, dass wir mit dem Theaterspielen weitermachen», sagt Karl Schaffner, der im Schwank den Bruder von Therese Burri spielt. Klar ist aber auch, dass diese Entscheidung für die Gruppe einen grossen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet, vor allem was die Organisation der Aufführungsabende betrifft. Diesen Mehraufwand leisten die Mitglieder der Theatergruppe allerdings gerne: «Die letzten Wochen vor der Premiere sind wirklich eine intensive Zeit. Aber wir möchten die hervorragende Gruppendynamik, die zwischen uns herrscht, nicht missen.»