Seengen
Trotz neuem Kinderbetreuungsgesetz: Eltern bezogen nur 288 statt 37000 Franken

Die Gemeinde präsentiert für 2018 einen Traumabschluss – auch wegen der Kinderbetreuung.

Urs Helbling
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Traumabschluss 2018 - Die Gemeinde Seengen erwirtschaftet einen beträchtlichen Überschuss. (Symbolbild)

Traumabschluss 2018 - Die Gemeinde Seengen erwirtschaftet einen beträchtlichen Überschuss. (Symbolbild)

Seengen, die Gemeinde mit dem dritttiefsten Steuerfuss (77 %) im Gebiet Aargau West nach Meisterschwanden 65 %) und Staufen (76 %), erwirtschaftete letztes Jahr einen Überschuss von 2,07 Millionen Franken – 1,26 Millionen Franken mehr als budgetiert (das entspricht etwa 10 Steuerprozenten). Und das praktisch ohne buchhalterischen Gewinn (nur 70'000 Fr.) im Rahmen der Neubewertung des Vermögens, die alle vier Jahre erfolgen muss.

«Seengen ist finanziell sehr gut positioniert. Darauf sind wir etwas stolz», erklärt Gemeindeammann Jörg Bruder. Die Steuerkraft pro Kopf liegt bei 3211 Franken (plus 155 gegenüber Vorjahr), das Nettovermögen bei 401 Franken (plus 374). Besonders stolz ist Bruder auf den hohen Selbstfinanzierungsgrad. Dies umso mehr, als die Gemeinde in naher Zukunft viel investieren will. Darum gibt es laut Bruder trotz des Traumabschlusses auch keinen Grund, den Steuerfuss zu senken. «An den 77 Prozent wollen wir nicht rütteln.»

Der gute Abschluss ist insbesondere auf den wider Erwarten grossen Steuereingang zurückzuführen (die AZ berichtete). Besonders bemerkenswert sind die Grundstückgewinnsteuern (630 180 statt der budgetierten 242'500 Franken) – hier hat ein einziger Landhandel stark eingeschenkt. Und dann gab es wegen des Internationalen Datenaustausches viel mehr Nachsteuern. Budgetiert waren (inklusive Bussen) 20'000 Franken, es kamen fast 200'000.

Bei den Ausgaben ist ein Posten bemerkenswert – nicht wegen der Höhe der Zahl, sondern wegen des Verhältnisses: Der Gemeinderat hatte erwartet, dass nach der Einführung des neuen Kinderbetreuungsgesetzes im August 37'000 Franken an Subventionen abgeholt würden. Stattdessen waren es nur 288.80 Franken. Sehr beliebt ist in Seengen der Mittagstisch, der direkt subventioniert wird (drei Tarifstufen, Höchstpreis 14 Franken) und zum Teil von über 50 Kindern besucht wird.