Staufen

Trotz Kosten für Wachstum: Steuerfuss im Steuerparadies bleibt bei 76 Prozent

Die Erschliessung des neuen Quartiers «Esterli-Flöösch» kostete 7,1 Mio. Franken.

Der Bau eines neuen Doppelkindergartens ist nötig und die Erschliessung des Gebiets «Esterli-Flöösch» hat mehr gekostet als angenommen. Dennoch bleibt Staufen ein Steuerparadies.

Die Einwohner von Staufen dürften auch 2020 von einem tiefen Steuerfuss profitieren: Er soll unverändert bei 76 Prozent bleiben, wie die Traktandenliste der bevorstehenden Gemeindeversammlung am 13. November zeigt. Damit würde Staufen den zweittiefsten Steuerfuss in der AZ-Region Aargau West behalten – tiefer ist Meisterschwanden mit 65 Prozent.

Dies, obwohl die Erschliessung des Gebietes «Esterli-Flöösch-Galgenacher-Fünflinde» deutlich mehr gekostet hat, als ursprünglich budgetiert worden war. Die Gemeindeversammlung bewilligte 2007 einen Kredit von 4,192 Millionen Franken. Die Bruttokosten des Projektes beliefen sich jedoch auf 7,075 Millionen Franken – eine Kreditüberschreitung von 69 Prozent.

Der Gemeinderat begründet die Kreditüberschreitung damit, dass anstatt der geplanten Etappe (0–1) auch das Gebiet der Etappe 2–5 erschlossen wurde, nachdem bei der öffentlichen Auflage vier Einsprachen eingegangen waren, die feststellten, dass eine rechtsungleiche Behandlung herrscht und nicht alle angrenzenden Landeigentümer vom aufgelegten Projekt im gleichen Mass profitieren.

Die Erschliessung der Etappe 2–5 wurde durch einzelne Landeigentümer vorfinanziert. In der Kreditabrechnung müssen daher auch der vorfinanzierte Teil der Investoren und die Beiträge der Landeigentümer berücksichtigt werden.

Geld für Hallenbad Seon und Lenzburger Sportanlage

Staufen hat den Ruf, primär für sich selber zu sorgen. Aber jetzt zeigt sich die Gemeinde solidarisch: So ist im Budget 2020 ein Betriebsbeitrag von 11'300 Franken – oder 3 Franken pro Einwohner – für das Hallenbad Seon eingeplant, das zurzeit noch renoviert wird und im Januar 2020 Wiedereröffnung feiert. Dies entspricht dem Betrag, um welchen Seon die Gemeinden aus dem Bund Lebensraum Lenzburg-Seetal angefragt hat.

Auch an den Kosten des Betriebes der Lenzburger Sportanlage Wilmatten will sich der Gemeinderat Staufen mit einem Jahresbeitrag von 25'000 Franken beteiligen.

Neben der Kreditabrechnung für die Erschliessung «Esterli-Flöösch-Galgenacher-Fünflinde» und dem Budget 2020 sind auch noch vier Kreditanträge auf der Traktandenliste. Dabei handelt es sich um 850'000 Franken für die Sanierung des Bleichemattwegs (Belag und Werkleitungen) sowie 500'000 Franken für die Sanierung der Transformatorenstation TS02 Behindertenheim und der Transformatorenstation TS03 Beyeler.

Neuer Doppelkindergarten an der Zopfgasse

Ein weiterer Kredit wird für die Sanierung des Sportbelags Allwetterplatz (roter Platz) sowie der Laufbahn beantragt – in der Höhe von 250'000 Franken. Der letzte Kreditantrag auf der Traktandenliste befasst sich mit der Durchführung eines Gesamtleistungswettbewerbs für einen Doppelkindergarten an der Zopfgasse mit Option auf die Erweiterung zu einem Dreifachkindergarten. Dieser Kreditantrag beläuft sich auf 175'000 Franken.

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