Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam die Meldung nicht, die die Ammerswiler gestern in ihrem Briefkasten vorfanden: Nach dem einzigen Restaurant im Dorf schliesst im nächsten Jahr auch der einzige Laden.

«Das offenbar Unvermeidliche ist eingetreten – der Volg Ammerswil schliesst seine Türen per 5. Januar 2017.» Mit diesem Satz beginnt der Brief des Gemeinderates, mit dem er der Bevölkerung die schlechte, aber befürchtete Nachricht überbrachte.

Das Dorf verliere «einen weiteren wichtigen Teil der Infrastruktur», hält der Gemeinderat in seinem Schreiben fest. Für den Gemeinderat ist die Schliessung besonders bitter, hat er sich doch stets mit viel Einsatz für die Erhaltung des Dorfladens eingesetzt. Neuzuzüger erhielten Gutscheine für den Einkauf im Volg, und die Gebührenmarken für den Hauskehricht waren dort zu kaufen.

Und der Kampf wird noch nicht aufgegeben: Der Gemeinderat wird, wie er im Brief ankündet, «Ladenketten anfragen, ob Interesse zur Führung eines Dorfladens vorhanden ist».

Ladenlokal ist billig zu haben

Eine andere Lösung wird ebenfalls angetönt, da die Landi Hallwilersee, die den Volg-Laden bisher betrieb, das Ladenlokal samt dem Mobiliar für eine monatliche Miete von 500 Franken einem «möglichen Betreiber» vermieten würde.

«Dies wäre eine Chance für ein alternatives Ladenkonzept auf privater Basis. Haben Sie eine gute Idee? Kennen Sie jemanden, der schon lange so etwas sucht? Wollen Sie selber?» Mit diesen Fragen nimmt der Gemeinderat den Steilpass auf.

Im der Infoschrift beigelegten Schreiben der Landi Hallwilersee spürt man das echte Bedauern über den Entscheid, den der Verwaltungsrat gefällt hat. Man attestiert den Behörden viel guten Willen: «Wir haben immer gespürt, dass der Gemeinderat voll und ganz hinter dem Dorfladen steht.»

Doch schliesslich entschieden die Zahlen: «Finanziell wurden jährlich über 60'000 Franken Verlust geschrieben. Und dies, obwohl der Umsatz gesteigert und die Kosten minimiert werden konnten.» Personalfluktuationen und anstehende Investitionen, um den Laden à jour zu bringen, sind weitere Argumente, die gegen eine Weiterführung gesprochen haben.

Vor allem für eingeschränkte Mitbürger sei das Einkaufen im Ort ein grosser Vorteil, schreibt der Gemeinderat. Doch: «‹Ich muess no schnell i Lade› heisst künftig, in einen Nachbarort fahren.»