Dintikon

Trotz Frühlingswetter: Der Winter behält beim Eieraufleset die Oberhand

In einem lautstarken Umzug begeben sich die Dintiker Eieraufleser zum Schulhausplatz.

In einem lautstarken Umzug begeben sich die Dintiker Eieraufleser zum Schulhausplatz.

Das traditionelle Eieraufleset bot in Dintikon dem Publikum einen zähen Wettkampf zwischen Frühling und Winter. Rund 400 Zuschauer beobachteten den auf den Umzug folgenden Wettkampf zwischen Eieraufleser und Läufer.

Es ist ein Saulärm, im wahrsten Sinn des Wortes, den die 16- bis 20-jährigen Junggesellen aus Dintikon gestern Sonntag veranstalteten. Maskiert und kostümiert als Harlekine, Ritter oder Sträflinge zogen sie vom Restaurant Mühle zum Schulhausplatz und schlugen dabei ihre Schweinsblasen auf den Asphalt. Die aufspielende Musikgesellschaft kam nur schwer gegen das dumpfe, trommelfeuergleiche Dröhnen an.

«Es sind immer auch viele Weggezogene, die für das Eieraufleset zurück nach Dintikon kommen», erklärt Kai Meier, der seit diesem Jahr als Präsident des organisierenden Vereins Freunde des Eierauflesens amtet. So entfalte sich der Anlass jeweils zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung.

Beim Wettstreit, für den der Startschuss auf dem Schulhausplatz fällt, treten zwei im Vorfeld bestimmte Junggesellen gegeneinander an. In diesem Jahr waren dies Michael Schweizer und Marco Baumann. Letzterem kam die Rolle des Läufers zu. Dieser repräsentiert den Winter, rennt nach Villmergen, nimmt dort im Restaurant Burehof eine Erfrischung zu sich, und macht sich auf den Weg zurück nach Dintikon.

Inzwischen hat der Eieraufleser als Repräsentant des Frühlings die Aufgabe, 101 Eier in einem Korb zu platzieren. Dabei kann er die auf einer Distanz von 60 Metern ausgelegten Eier so lange in ein gespanntes Tuch werfen, bis er das Tuch ein erstes Mal verfehlt. Danach muss er für jedes weitere Ei eine Runde um die noch ausgelegten Eier drehen.

Den Wettstreit entschied am Sonntag der Winter für sich. Zu früh musste Michael Schweizer gegen seine Wurfkraft und auf Fussarbeit setzen.

Zum ersten Mal wurde heuer der Festbetrieb in ein grosses Zelt in der Nähe des Schulhauses verlegt. Kai Meier ist mit diesem Konzept zufrieden. «Das Wetter hat gestimmt, aber wir haben auch Schlechtwettervorkehrungen getroffen.» Für den traditionsreichen Anlass, dessen erster fotografischer Beleg aus dem Jahr 1901 stammt, wird er sich auch weiterhin einsetzen. «Es ist ein schönes Dorffest und ein Eierauflesen wird ja im Aargau nur noch an ganz wenigen Orten veranstaltet.

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