Die Mauern von Schloss Wildegg waren in all den Jahrhunderten Kulisse für manchen Anlass. Aber Leinwand? Als solche haben die Schlossmauern bislang eher selten gedient. Doch genau so war es dieses Wochenende: Zu Musik tanzten Schneeflocken über die Mauern, da zog sich eine dünne Eisschicht über den Stein, da rankte der Efeu grün und saftig, mitten in der Kälte. Kein Wunder, dass da der eine oder andere Besucher staunend den Fotoapparat oder wenigstens das Handy aus dem Sack zog und das Spektakel festhielt.

Impressionen von der Illumination der Schlossmauern in Möriken-Wildegg

Impressionen von der Illumination der Schlossmauern in Möriken-Wildegg

Am «Wiehnachtsmärt» mit 51 Ständen wurden die Schlossmauern illuminiert – und man konnte trefflich speisen.

Dieser Weihnachtsmarkt ist nicht nur der einzige weit und breit, der auf einem Schloss stattfindet. Dieses Jahr – die Gemeinde feiert 725 Jahre – hat man sich mit dem Lichtspektakel zusätzlich etwas Spezielles einfallen lassen. Karin Brenner, OK-Chefin und Vizeammann, sagt: «Wir haben dieses Jubiläum während des ganzen Jahres mit kleineren Veranstaltungen gefeiert; das beleuchtete Schloss ist der Abschluss.»

Das leibliche Wohl ist ein wichtiger Bestandteil des Marktes, und auch hier zählt das Spezielle: Am Stand des Claro–Weltladens Möriken herrscht Hochbetrieb. Hier gibt es den Fondue-Dog: Statt mit Wienerli wird das Brot mit Fondue gefüllt. Das kommt ebenso gut an wie Metzger Schnyders Adventswurst. Neben Fleischigem und Käsigem kann man an den Ständen auch Italienisches, Gluten- und Laktosefreies und allerlei Süsses geniessen. Ebenso wichtig wie das Essen aber sind die Verkaufsstände mit Schmuck, Tee, Spielwaren, Keramik, Fisch, Käse und Gewürzen. Etliche locken mit Hochprozentigem. «Dieser Likör heisst ‹Ewigi Liebi› und ist besonders süss», sagt eine Verkäuferin und lächelt vielsagend.

Nicht degustieren, wohl aber anprobieren kann man die handgestrickten Kappen. «Ich überlege mir, wem ich eine Kappe schenken könnte», sagt eine jüngere Mutter angesichts der verlockenden Auswahl. Die Tochter muss sie anprobieren. Das macht Martin Wehrli aus Suhr selber. «Ich habe einen ziemlich grossen Kopf», sagt er und probiert gewiss ein halbes Dutzend Kappen, bis er sich entscheidet: «Sie muss mir farblich gefallen, und vor allem muss sie ein Zötteli haben.» Der Handspiegel dient als Entscheidungshilfe.

Zum achten Mal fand dieser Weihnachtmarkt statt. «Die Zahl der Stände hat sich seit den Anfängen auf 51 verdoppelt», sagt Karin Brenner. Was klein und familiär begonnen hat, ist gewachsen. Geblieben ist der einzigartige Rahmen, das Schloss.