Lenzburg

«Trinke mer uf eusi Stadt!»

Ein zufriedener Heiner Halder bei der Neujahrsblatt-Vernissage: Die Ausgabe 2017 umfasst 175 Seiten.

Ein zufriedener Heiner Halder bei der Neujahrsblatt-Vernissage: Die Ausgabe 2017 umfasst 175 Seiten.

An der Vernissage der Neujahrsblätter 2017 verriet Heiner Halder, wo er Inspiration findet und wie wichtig die Willkommenskultur ist.

Das Hotel Krone ist seit 250 Jahren eine Institution in der Lenzburger Gastronomie. Für Heiner Halder aber ist sie mehr als das, weiss Barbara Gurini, die Präsidentin der Ortsbürgerkommission: «Du hast einmal gesagt, die Kronen-Bar sei eine verlässliche Inspirationsquelle – viel besser als das Grossraumbüro mit seiner Batteriehaltung.» Erste Lacher ertönten an der Vernissage der Lenzburger Neujahrsblätter 2017 im Burghaldenhaus. Es sollten nicht die letzten sein.

Darauf ergriff Heiner Halder selbst das Wort. Er, zum elften Mal Redaktor der Neujahrsblätter, konterte: «War das eine Rücktrittsforderung oder ein Nachruf? Wahrscheinlich eine Mischung von beidem.» Dann begann Halder mit der offiziellen Ansprache. In fröhlicher Runde rollte er die bedeutsamen Geschehnisse und Jubiläen des laufenden Jahrganges auf. Darunter ein Rückblick auf die Aargauer Gedenk- und Schicksalsjahre 1415/1815, das 100-Jahr-Jubiläum des FC Lenzburg und eine Spurensuche in der Kronen-Chronik. Mit 250 Jahren reicht ihre Dokumentation deutlich weiter in die Vergangenheit als die Neujahrsblätter selbst, die zum 88. Mal erschienen sind. Das neuste Kapitel wurde im September 2015 geschrieben, als das Hotel Krone nach 20 Jahren in den Händen von Otto und Käthi Gerber den Besitzer wechselte. Es gehört nun zu den «Aargau Hotels» von Rolf Kasper und Dominik Wyss, wird aber im bisherigen Geist weitergeführt.

Traditionell wird das Buch von der Ortsbürgerkommission Lenzburg herausgegeben. So waren denn auch viele Ortsbürger an der Vernissage dabei. Jedoch strichen sowohl Barbara Gurini als auch Heiner Halder heraus, dass die Ortsbürgergemeinde keine geschlossene Gesellschaft sei. «Eine Willkommenskultur der Alteingesessenen gegenüber den Neuzuzügern zu pflegen, ist wichtig für unsere blühende und boomende Stadt.» Bald zähle Lenzburg 10 000 Einwohner.

Heiner Halder überreichte verschiedenen Exponenten, welche beim Verfassen mitgewirkt hatten, ein Exemplar der Neujahrsblätter 2017. Zweimal jedoch, als ihm Produzent Roland Kromer weitere Bücher reichen wollte, protestierte Halder: «Nein, das Glas!» Er hob seinen Weisswein mit den Worten: «Trinke mer uf eusi Stadt!» Ein Aufruf, dem die Anwesenden nur zu gerne Folge leisteten.

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