Trauriger Rekord für die Imker

Der Honigertrag war im vergangenen Jahr rund zehn Kilo tiefer pro Volk. Grund dafür ist das Wetter.

Anja Suter
Merken
Drucken
Teilen
Carlo Ott, Präsident der Sektion Aargauisches Seetal des Bienenverbandes vor dem Vereinshaus. Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind
2 Bilder
Carlo Ott, Präsident der Sektion Aargauisches Seetal des Bienenverbandes vor dem Vereinshaus. Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind

Carlo Ott, Präsident der Sektion Aargauisches Seetal des Bienenverbandes vor dem Vereinshaus. Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind

Bild: Alex Spichale (29.08.2019) Bild: Blindtext Blind Blind

Das letzte Jahr war kein gutes für die Schweizer Imker. «Die Honigernte fiel schweizweit auf ein Rekordtief mit einer durchschnittlichen Gesamterntemenge von 13 Kilogramm pro Volk», schreibt die Schweizerische Bienenzeitung. Normalerweise konnten die Imker in den letzten beiden Jahren rund zehn Kilo mehr pro Volk ernten. Vor zehn Jahren ernteten die Imker durchschnittlich noch 20,5 Kilogramm Honig pro Volk. Selbst im Frostjahr 2016 lag der Honigertrag bei 14 Kilogramm pro Volk. Grund für den niedrigen Honigertrag im vergangenen Jahr: das unstete Wetter. Der Frühling 2019 war bis Mitte April sehr warm, und dadurch entwickelte sich auch das Bienenvolk gut, wie Carlo Ott, Präsident der Sektion Aargauisches Seetal des Bienenverbandes, bestätigt: «Durch das milde Wetter in den Monaten Januar bis März nahm die Volksstärke stark und zu früh zu.» Dies auch, weil die jeweiligen Königinnen des Schwarms durch die milden Temperaturen animiert wurden, vermehrt Eier zu legen.

In Notsituation müssen die Imker zufüttern

Die zu frühe und überdurchschnittliche Vermehrung des Bienenvolkes hat jedoch Nachteile. Da es zu der Jahreszeit jedoch noch keine nektarproduzierenden Blüten gibt, konnten die Bienen auch keinen Nektar eintragen, welchen sie normalerweise zu Honig verarbeiten. «Die ausfliegenden Bienen benötigten deshalb Futter aus ihren Vorräten», so Carlo Ott. Da kein neues Futter eingetragen werden konnte, schmolzen aber auch bald die Vorräte, welche die Bienen im Herbst angelegt hatten. Ab diesem Zeitpunkt waren die Imker noch stärker gefordert: «Der Futtervorrat muss in so einer Situation von den Imkern gut im Auge behalten werden», sagt Ott. Nötigenfalls müsse der Imker das Bienenvolk mit einer Notfütterung unterstützen, damit das Bienenvolk nicht verhungert. Dies geschieht meist durch Zuckerwasser. «In einer solchen Situation ist das Überleben der Bienen ohne Hilfe des Imkers nicht mehr möglich», sagt Carlo Ott.

Bei kalten Wintern besteht diese Gefahr im Normalfall nicht. Die Königin stellt dann das Ablegen von Eiern ein und die Futterreserven bleiben auf einem normalen Stand. Nebst dem fehlenden Futter und der übermässig grossen Brut, kämpfen die Imker noch mit einem weiteren Problem: Varroa-Milben.

Die Varroa-Milbe, welche als Parasit auf den Bienen und in der Brut lebt, hat in milden Wintern leichtes Spiel, sich zu vermehren und das Volk nachhaltig zu schädigen. Sie vermehrt sich in der überdurchschnittlich vorhandenen Brut. Dadurch leidet das Bienenvolk vermehrt an Krankheiten und wird geschwächt. So kann es im schlimmsten Fall sogar passieren, dass es zu einem Zusammenbruch des Volkes im Januar oder Februar kommt.

Ohne Hilfe der Imker würden die Bienenvölker eingehen. «Die Imker versuchen, die Varroa-Anzahl im Herbst beziehungsweise Anfang Winter durch gezielte medikamentöse Behandlung mit Oxalsäure in Schach zu halten», sagt Ott. Ziel sei es, mit weniger als 50 Varroa-Milben in die Überwinterung zu gehen. Die Population des Schädlings könne sich jeden Monat verdoppeln, so der Imker. Das Problem dabei: Die Behandlung mit Oxalsäure soll nur bei brutfreien Völkern durchgeführt werden. Die Zeitspanne der Brutfreiheit verkürzt sich jedoch mit dem warmen Wetter zusehends. Einziges Mittel der Imker gegen die Varroa-Milben ist die regelmässige Behandlung der Bienenvölker. Ausgerottet werden können die Milben nicht.