Güterverkehr
Transportunternehmen Bertschi rechnet mit happigem Verlust wegen gesperrter Rheintalstrecke

Die Logistikfirma Bertschi aus Dürrenäsch leidet unter der Sperrung der Rheintalstrecke. Die Geschäftsleitung rechnet mit einem Umsatzverlust von 50 Millionen Franken. Deshalb leitet man nun rechtliche Schritte gegen die Deutsche Bahn ein.

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Das Transportunternehmen von Hans-Jörg Bertschi aus Dürrenäsch muss eine Umsatzeinbusse verkraften. (Archiv)

Das Transportunternehmen von Hans-Jörg Bertschi aus Dürrenäsch muss eine Umsatzeinbusse verkraften. (Archiv)

Aargauer Zeitung

Die Rheintalstrecke ist wegen eines abgesenkten Gleises in Rastatt unterbrochen. Das grosse Ausbauprojekt der Nord-Süd-Achse wird sich verzögern. Für den Warentransport ist die Strecke enorm wichtig: Bis zu 200 Güterzüge fahren jeden Tag auf dieser Strecke. Nicht alle Züge können umgeleitet werden. Deshalb lassen Unternehmen ihre Ware vermehrt per Lastwagen oder Flugzeug transportieren, wie etwa der Detailhändler Ottos, der Einiges aus China einfliegen lässt.

Auch der Aargauer Transportunternehmer Hans-Jörg Bertschi muss umdisponieren. Bis zu 150 Lastwagen setzt die Firma mit Sitz in Dürrenäsch derzeit jeden Tag ein, um seine Container zu transportieren. Ohne Zeitverlust geht das nicht: Per Güterzug brauchen Container 2,5 Stunden von Karlsruhe nach Basel. Auf dem Lastwagen verlängert sich die Fahrt auf rund 7,5 Stunden.

Das kostet das Unternehmen viel Geld: Bertschi rechnet, dass die Blockade der Rheintalstrecke der Firma einen Umsatzverlust von 50 Millionen Franken beschert.

Kurzfristig könne man das verkraften, sagt Geschäftsleitungsmitglied Jan Arnet zur SRF-Sendung "Schweiz Aktuell". "Schade ist einfach, dass der Kunde das Vertrauen in ein sehr stabiles System verloren hat." Es gelte, so Arnet, die Kunden jetzt zu überzeugen, dass der Unterbruch eine einmalige Sache sei.

Nächsten Montag soll der Bahnverkehr wieder über die Rheintalstrecke rollen. Die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Deutsche Bahn muss aber Kritik einstecken. Der Grund: Ihr Tochternunternehmen, die DB Netz, hat kein Notfallgleis eingerichtet. Bertschi leitet deshalb sogar rechtliche Schritte ein. Arnet erklärt: Wenn das Risikomanagement eines solchen Grossprojekts derart nachlässig sei, könnten die Kosten nicht auf die Firmen abgewälzt werden. Man formuliere jetzt eine Haftungsklage, die danach mit denen von anderen Firmen als Sammelklage eingereicht werde.

Bertschi kann den Unterbruch verkraften. Anderen Unternehmen wird er stärker zusetzen, da ist Hans-Jörg Bertschi überzeugt: "Ich rechne mit Werkschliessungen", sagte Bertschi Ende August der "Deutschen Verkehrs-Zeitung". (mwa)