Panta rhei, alles fliesst, alles verändert sich. Auch die Stadt Lenzburg. Die Kulturkommission hat deshalb das Projekt «Transformator – Kunst im Quartier» ins Leben gerufen, um mit Künstlern aus der Region die urbanen Wandlungen und Umgestaltungen einzelner Quartiere zum Thema zu machen.

Diesen Sommer ist das Kunstprojekt im Quartier «Im Lenz» zu Gast. Gestern wurde mit einer von viel Musik begleiteten Vernissage eine Ausstellung eröffnet, in der Werke und Kunstinstallationen von 13 Künstlern auf einem Rundgang zu entdecken sind.

Gleich ins Auge bei der Vernissage auf dem Markus-Roth-Platz sprang die runde Holzinstallation «Das Kamin» von Arlette Ochsner. Das Kunstwerk erhielt seine Masse vom ehemaligen Hochkamin der Hero-Fabrik, die im Quartier «Im Lenz» angesiedelt war.

Anhand des Werkes lässt sich aber auch erzählen, wie schwierig es war, für die Kunstwerke einen Standort zu finden. «Ursprünglich sollte der Holzkamin im Innenhof eines Wohnblockes zu stehen kommen», sagt Ausstellungskurator Oliver Ziltener. «Genau dort, wo der Hochkamin früher gestanden hatte.»

Dies wurde aber vom Besitzer nicht erlaubt. «Die Besitzverhältnisse im Quartier sind kompliziert», so Ziltener. Dies bedeutete einen grossen Aufwand bei der Standortsuche für die Werke. «Und ich hatte das Gefühl, dass die Akzeptanz für unsere Arbeit bei den Besitzern nicht sehr gross war.»

Die Ausstellung, die bis zum 23. September dauert, wird von verschiedenen Veranstaltungen begleitet. Am 8. September findet beispielsweise ein Filmabend mit der Künstlerin Nesa Gschwend statt, am 10. September in der Brasserie Barracuda eine Lesung mit Gianna Molinari, die das aktuelle Stück des Landschaftstheaters Lenzburg geschrieben hat. Am 16. September veranstaltet der Elternverein einen Kindertag.

Bereits im Mai als Teil des Transformator-Projektes installiert wurde auf dem Markus-Roth-Platz ein städtisches Erdbeerenfeld in Hero-Dosen und auf Holzpaletten. Die Erdbeeren reiften als Allgemeingut heran und durften jederzeit gepflückt werden.

Das Angebot wurde gerne genossen, wie Prisca Keel sagt, die das Erdbeerenfeld konzipiert hat. Wer an der Vernissage noch eine reife Frucht finden wollte, musste genau hinschauen. Zur Finissage der Ausstellung am 23. September werden die Erdbeerenpflanzen an die Bevölkerung verschenkt.