Seit 32 Jahren dabei

Trainer Beat Dünki: «Der FC Othmarsingen ist mein Gärtchen, hier kann ich wirken»

Beat Dünki: Vereins-Präsident, Sportchef und Coach des FC Othmarsingen in Personaluniform.

Beat Dünki: Vereins-Präsident, Sportchef und Coach des FC Othmarsingen in Personaluniform.

Beat Dünki (67) prägt seit 32 Jahren die Geschicke beim 2.-Ligisten FC Othmarsingen. Morgen Abend steht das Spitzenspiel in Wettingen auf dem Programm.

Wir schreiben das Jahr 1985. International sorgen die Schweizer Fussballer in dieser Zeit noch für wenige positive Schlagzeilen. Unter Coach Paul Wolfisberg misslingt auch die Qualifikation für die WM 1986 in Mexico. Dafür tut sich in der Region Geschichtsträchtiges. Beim 2.-Ligisten FC Wohlen gibt ein 15-jähriger Schüler namens Ciriaco Sforza seinen Einstand in der 1. Mannschaft. Und in einer Beiz in Mellingen schlägt die Geburtsstunde des «neuen» FC Othmarsingen. Morgens um drei Uhr erreicht ein bunter Abend seinen Höhepunkt. Beat Dünki, gebürtiger Zürcher und ehedem Libero beim FC Winterthur, lässt sich zum Duell mit seinem Kumpel Werni Stutz hinreissen. Armdrücken ist angesagt. Dünki verliert gegen den früheren Torhüter und wird so quasi über Nacht Trainer des 5.-Liga-«Klüblis» FC Othmarsingen. «Dass ich gegen Werni verloren habe, kann ich immer noch nicht glauben», sagt Dünki heute noch schmunzelnd.

Seit jenem Abend sind mehr als 32 Jahre vergangen. Im Fussball eine Ewigkeit. Und Dünki? Er wirkt immer noch beim FC Othmarsingen. Mit Ausnahme einer halben Saison vor rund zehn Jahren war er stets Trainer. Seit einiger Zeit orchestriert der Kaufmann den Verein vom Sportplatz Falkenmatt auch als umsichtiger Präsident und Sportchef. Er krempelt auch mal sprichwörtlich die Ärmel hoch, wenn Not am Mann ist. «Der FCO ist mein Gärtchen», sagt Dünki augenzwinkernd und schüttet Rasendünger in die Schubkarre, «hier kann ich wirken.» Und niemand redet ihm drein. Dünki wie CC? Den Vergleich mit Christian Constantin, dem grossen Zampano des FC Sion, lächelt Othmarsingens Chef beiseite.

Aufstieg kein Thema

Dünki übernahm den 1960 gegründeten Verein aus dem Bünztal in der 5. Liga und führte ihn bis in die 2. Liga. Die Othmarsinger stehen in der dritten Saison nach dem Aufstieg. Sie gehören zu den spektakulären Teams in ihrer Gruppe und stehen für viel Action auf dem Platz. Als Liganeuling sorgten sie im Herbst 2014 lange Zeit für Furore und lagen zeitweise an der Tabellenspitze. Letzte Saison schafften sie nach einem Steigerungslauf zum Ende der Saison in extremis den Ligaerhalt. Und heuer sind sie auch dank Transfers in der Winterpause einer der ganz heissen Anwärter auf die Promotion. Zumindest waren sie dies bis vor zwei Wochen. Weil sie aus den letzten vier Meisterschaftspartien nur gerade drei Punkte holten – vorgestern Sonntag beim 5:2 gegen Brugg – liegen die Othmarsinger vor dem morgigen Auswärtsspiel bei Leader Wettingen in der Tabelle vier Punkte hinter der Spitze. Dünki: «Wir haben eine gute 2.-Liga-Mannschaft, aber der Aufstieg war bei uns nie ein Thema.» Wichtiger sei da das Zehn-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze. Mit dem überraschenden Out im Aargauer Cup beim unterklassigen FC Suhr ist der Traum vom Cupfinal geplatzt.

Armdrücken zum Zweiten?

Ob Beat Dünki auch in der kommenden Saison als Trainer des FCO amten wird? Auch wenn er mit schöner Regelmässigkeit immer wieder durchblicken lässt, «dass es langsam an der Zeit ist, kürzerzutreten», so richtig können sich die Fans auf der Falkenmatt nicht an den Gedanken gewöhnen, dass ihr Beat bald nur noch von den Zuschauerrängen aus mit seinen träfen Sprüchen das Spielgeschehen kommentiert. Wer weiss, vielleicht bräuchte es wieder einmal ein Armdrücken zwischen Dünki und Stutz. Weite Wege müssten die beiden nicht gehen. Stutz gibt seit Jahren nicht nur den Stadionspeaker beim FC Wohlen, er leiht seine Stimme auch dem FC Othmarsingen. (rubu)

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