Lenzburg
Touchscreen und Facebook-Zugang: Das ist der Kochherd der Zukunft

Bis 2020 werden wir auf einem Touchscreen mit Internet-Applikationen kochen. Davon ist der Schweizer Bauknecht-CEO Stephan Gieseck überzeugt. Im neu eröffneten Inspiration Center in Lenzburg steht ein Prototyp des futuristischen Kochherds.

Pascal Meier
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Das Kochfeld mit Computer und Touch-Bildschirm ist laut Bauknecht die künftige Kommandozentrale in der Küche. Kochen kann man darauf auch.

Das Kochfeld mit Computer und Touch-Bildschirm ist laut Bauknecht die künftige Kommandozentrale in der Küche. Kochen kann man darauf auch.

Pascal Meier

«Bauknecht weiss, was Frauen wünschen» war in den 1950er- und 1960er-Jahren ein bekannter Werbeslogan. 2017 ist die Welt eine andere: Haushaltgeräte wissen, was Frauen und Männer wünschen – und denken mit. Kochherde zum Beispiel registrieren heute, wenn Milch überkocht, und reduzieren die Hitze.

Das ist erst der Anfang. Hersteller von Haushaltgeräten versprechen eine Revolution in den eigenen vier Wänden. Ein Blick in die Zukunft ermöglicht Bauknecht: Das Unternehmen hat gestern Abend am Schweizer Hauptsitz im Lenzburger Quartier «Im Lenz» sein Inspiration Center eröffnet. Statt Geräte zu vergleichen, sollen Kunden hier mit allen Sinnen erleben, wie sich das moderne Kochen verändert – dies mit künstlerisch gestalteten Inseln zu Themen wie Umwelt und Haltbarkeit von Lebensmitteln.

Am meisten Aufmerksamkeit zog ein riesengrosses Kochfeld auf sich: Der Herd der Zukunft. Dieser besteht aus einem Touch-Bildschirm, der über Induktion auch Pfannen erhitzt. Flink rief eine Bauknecht-Mitarbeiterin zur Demonstration auf dem Bildschirm Einkaufs- und Gästeliste für ein Abendessen mit Freunden auf.

Starköchin Meta Hiltebrand bewirtete gestern die Gäste, darunter Stadtammann Daniel Mosimann. Mitte: Stephan Gieseck, CEO und VR-Präsident von Bauknecht.

Starköchin Meta Hiltebrand bewirtete gestern die Gäste, darunter Stadtammann Daniel Mosimann. Mitte: Stephan Gieseck, CEO und VR-Präsident von Bauknecht.

Pascal Meier

Was im Vorrat fehlte, bestellte sie im Internet, genauso ein Tischgedeck. Dann stellte sie einen Kochtopf auf den Bildschirm. In diesem soll Ratatouille kochen. Das Kochfeld lieferte passende Rezepte und gab Tipps, in welcher Länge das Gemüse geschnitten werden soll. Dazwischen kam ein Anruf aufs Handy, den die Köchin per Kochfeld entgegennahm. Auch eine Facebook-Nachricht tauchte auf. Dann startete auf dem Herd ein Video: Es zeigte, wie man richtig Zwiebeln schneidet. Die Besucher staunten. Einige schüttelten ungläubig den Kopf.

Ofen misst Fettanteil von Fleisch

Das futuristische Kochfeld ist ein Prototyp und soll 2020 marktreif sein. «Das ist keine Science Fiction», sagte Stephan Gieseck, CEO und Verwaltungsratspräsident von Bauknecht Schweiz. Die Entwicklung sei rasant: «Bald kommen Mikrowellen-Backöfen auf den Markt, die Lebensmittel scannen und die passende Zubereitung vorschlagen.» Solche Geräte registrierten, ob Schweine- oder Rindfleisch im Ofen ist – und wie hoch der Fettanteil ist.

Ob all dieser Innovationen staunte auch Daniel Mosimann. «Man spürt Aufbruchstimmung», sagte der Lenzburger Stadtammann, und gratulierte Bauknecht zum Inspiration Center; verbunden mit dem Wunsch, dass Kochen trotz Technik sinnlich bleibe – «inklusive einem schmerzhaften Schnitt in den Finger beim Tomatenschneiden».