Eine strenge Zeit für Sie.

Hansruedi Bürgi: Das kann man so sagen. Ich wende zwei Tage pro Woche dafür auf.

Da haben Sie keine Zeit selber auf der Bühne zu stehen?

Auf keinen Fall, da wäre ich auch die falsche Person dafür! Ich arbeite gerne hinter der Bühne und bin unter anderem für den technischen Ablauf verantwortlich. Während der Aufführungen bin ich sehr präsent, empfange Gäste, betreue unsere Sponsoren und mache vor der Operette Führungen. Insbesondere die Frauen haben Freude, wenn sie sehen, wie die Spielerinnen in der Maske geschminkt werden.

Was ist Ihr schönster Lohn für Ihren Arbeitsaufwand ?

Wenn der Vorhang sich öffnet und die Besucher die schönen Kostüme und Kulisse sehen, klatschen sie spontan. Das freut mich und ich weiss: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Die Theatergesellschaft Beinwil am See führte während vier Jahren keine Operette mehr auf. Wie schwierig war es, die Besucher wieder ins Seetal zu holen?

Das war nicht einfach. Nachdem die Löwenbühne fertig renoviert war, und wir wieder an die Öffentlichkeit traten, fragten uns die Leute: «Gibt es euch auch noch?» Nach vier Jahren ist man weg. Die Leute suchen sich andere Angebote. Der Markt ist gross, man gerät schnell in Vergessenheit.

Aber jetzt ist die Theatergesellschaft wieder präsent und die Leute erfreuen sich am «Vogelhändler.» Sind Operetten überhaupt noch zeitgemäss?

Diese Fragen haben wir uns auch schon gestellt. Der Geschmack der Besucher ändert sich: Mal mögen sie Theater, dann wieder Operetten oder Musicals. Wir überlegen uns, ob wir mittel- bis langfristig neue Wege gehen müssen. Wir haben schon einige Ideen, möchten diese aber noch nicht preisgeben.

Welches war Ihre liebste Aufführung?

«Die lustigen Weiber von Windsor». Das war ein Bombenstück. Alles passte – die Handlung, die Kleider und die Musik.

Sie bleiben weiterhin Präsident der Theatergesellschaft. Wieso?

An jeder Premiere bin ich nervös und habe ein Kribbeln im Bauch. Die Theateratmosphäre fasziniert mich. Verspüre ich dieses Kribbeln nicht mehr, dann muss ich aufhören.