Das vor 106 Jahren bezogene Fahrwanger Schulhaus ist «seit vielen Jahren dringend sanierungsbedürftig», hielt Gemeindeammann Patrick Fischer in seiner Einleitung eines von gut 160 Personen besuchten Informationsabends fest.

Wie bei Privatliegenschaften wird es immer teurer, je länger man mit nötigen Sanierungen zuwartet, ergänzte später Gemeinderätin Julie Mesot, die nach dem im November 2009 gesprochenen Projektierungskredit als Präsidentin der eingesetzten Baukommission amtet.

Auf der Suche nach dem fast nicht zu treffenden idealen Zeitpunkt will der Gemeinderat nun handeln und unterbreitet der Gemeindeversammlung vom 14. Juni einen Kredit von 8,35 Millionen Franken, um den markanten Bau an der Aescherstrasse wieder auf den neuesten Stand zu bringen und gleichzeitig auf dem rückwärtigen Platz einen neuen Doppelkindergarten anzugliedern.

Handlungsbedarf ausgewiesen

Dass das 45 Meter lange und 18 Meter hohe Gebäude in einem bedenklichen Zustand ist, wurde an der Orientierungsversammlung mit eindrücklichen Bildern auch jenem Teil des Publikums vor Augen geführt, die schön länger das Schulhaus nicht mehr von innen gesehen hatte: Türen mit Durchblick, verschimmelte Raumecken, Flecken von einfliessendem Regenwasser, abenteuerliche Elektro- und Sanitärinstallationen waren da zu sehen. «Der Zustand ist sehr desolat», fasste Mesot zusammen.

Schulpflegepräsident Fredi Leimgruber listete den Raumbedarf aus Schulsicht auf und da kam die Diskrepanz der früheren und aktuell benötigten Zimmeraufteilungen zum Ausdruck. Auf kreative Art hat man sich bisher mit Improvisationen beholfen.

Dies soll nun anders werden. Nachdem man den Neubau eines Schulhauses geprüft und aus Kostengründen in Baukommission und Gemeinderat einstimmig verworfen hatte, ging die Planungsarbeit voran und das Raumprogramm, das man den Architekten als Aufgabe vorsetzte umfasst auch die Gruppen-, Arbeits- und Spezialzimmer, die heutzutage im Schulbetrieb Usus sind.

Architektur-Projektleiter Paul Meyer präsentierte das geplante Vorgehen. Aufgrund der bestehenden Kubaturen und den Vorgaben habe man «eine zweckmässige und zukunftsorientierte Lösung» gewählt. Das Gebäude behält seine äusserliche Architektur weitgehend. Lediglich das neue filigrane Treppenhaus mit Lift in seiner lichten Ausführung in Glas und Metall auf der Strassenseite und der Kindergarten auf der Gegenseite sorgen optisch für moderne Akzente.

Zusätzlicher Finanzausgleich

Meyer listete am Schluss auf, was das Projekt kosten wird. Im Gesamtbetrag von 8,35 Millionen Franken sind zwar, wie ein Nachhaken aus der Versammlung zeigte, auch 5 Prozent Reserven eingerechnet, doch bleibt die Summe für das finanziell nicht auf Rosen gebettete Fahrwangen zu hoch.

Aus diesem Grund befasste sich der Gemeinderat gemeinsam mit der baulichen Planung mit Abklärungen zur Finanzierbarkeit. Vizeammann Pirmin Wipf als Finanzminister erklärte seinen Mitbürgern, dass «die Sanierung ohne fremde Hilfe nicht tragbar» sei. Doch Hilfe hat man gefunden. Vom Kanton hat man eine indirekte Zusage für einen ausserordentlichen Finanzausgleich.

Ein Freigabegesuch für solche zusätzliche Mittel wurde eingereicht und in der positiven Antwort wird festgehalten, dass 3,8 Millionen Franken «freigabeberechtigt» sind. Laut Wipf ist mit «diesem Rettungsschirm vom Kanton» das Projekt für die Gemeinde tragbar, wobei für weitere Investitionen der Finanzplan einen engen Rahmen vorgibt.

Selbst mit dem ausserordentlichem Finanzausgleich würde Fahrwangens Nettoschuld von 2014 bis 2016 über der Verschuldungsgrenze liegen. Für 2013 rechnet der Gemeinderat noch mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 118 Prozent.