Zwischen zwei lokalen Taxi-Unternehmen ist Feuer im Dach. Der Konflikt zwischen den beiden scheint schon seit längerer Zeit zu schwelen, dessen Eskalation endete nun vor Gericht. Vergangene Woche bezichtigte man sich vor dem Bezirksgericht Lenzburg gegenseitig der Schikaniererei (az vom 28. Mai).

Bei den Streitereien ging es unter anderem um die Vortrittsregelung bei den Taxi-Standplätzen beim Bahnhof Lenzburg. Im Besonderen um die Frage, wer wo stehen und Kunden laden darf. Bis jetzt stehen die Taxis auf einem eigens markierten Streifen angrenzend an den Parkplatz bei der Neuen Aargauer Bank. Ab morgen Mittwoch, wenn die neue Buskante für den Regionalbus Lenzburg in Betrieb genommen wird, wird der offizielle Taxi-Standort an die Bahnhofstrasse verlegt.

Der «Taxi-Streit» wurde vor Gericht von beiden Parteien nicht Abrede gestellt. Der Anwalt des einen ortete das Problem jedoch nicht unter den zwei Taxibetreibern. Er reichte den «Schwarzen Peter» weiter an die Stadt Lenzburg. Der Stadt gehört der Boden, auf welchem die Taxis offiziell stehen und auf Kundschaft warten. Lenzburg sei schuld an der ganzen Misere, hiess es vor Gericht. Seit Jahren gebe es kein geltendes Taxi-Reglement mehr. Dieser Umstand hatte offenbar zu ständigen Reibereien und die Parteien bis vors Bezirksgericht geführt.

Bei der Stadt weist man derartige Vorwürfe zurück. «Wir haben keine ungeregelten Zustände wie ‹im Wilden Westen›», hält Stadtschreiber Christoph Hofstetter fest. Zwar sei das Taxi-Reglement tatsächlich 2010 aufgehoben worden. Hofstetter betont jedoch, dieses sei ersetzt worden durch ein Merkblatt für «Taxi in Lenzburg» mit grundsätzlichen Richtlinien für die Taxibetreiber und Bewilligungen für die Nutzung des Taxistreifens.

Wettbewerb gefördert

Bei der Stadt Lenzburg ortet man das Problem nicht bei der Reglementierung, sondern bei der Einhaltung der Richtlinien durch die Taxi-Unternehmer. Ursprung für die Reglements-Auflösung waren schon damals länger anhaltende Unstimmigkeiten gewesen, erklärt Hofstetter. Deshalb habe der Stadtrat eine Liberalisierung der damals gültigen Bestimmungen beschlossen, «um den Weg zu ebnen für einen fairen Wettbewerb unter den Mitbewerbern», betont der Stadtschreiber.

Die Bewilligungen auf dem Taxistreifen sind seit Ende 2010 und das neue Merkblatt ist seit Ende 2014 in Kraft. Diese regeln vor allem die Bewilligungspflicht, die Vorschriften auf dem Taxistreifen, die Nutzung vor dem Bahnhof (Kurzzeitparkplätze etc.), die Einhaltung von Strassenverkehrsgesetz und die Kommunikation mit der Stadt. Durch die Verlegung der Taxi-Standplätze wurde auch das Merkblatt angepasst.