Möriken-Wildegg
SWL kritisiert Teile des neuen Energiegesetzes

Nicht nur eitel Freude bei der Einweihung der Biogas-Anlage ARA Langmatt.

Ruth Steiner
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Geschäftsführer Markus Blättler erklärt die Abläufe der neuen Biogas-Anlage in der ARA Langmatt.

Geschäftsführer Markus Blättler erklärt die Abläufe der neuen Biogas-Anlage in der ARA Langmatt.

Claudio Thoma

Zu Jahresbeginn hat die SWL Energie AG auf dem Areal der ARA Langmatt in Möriken-Wildegg eine neue Biogas-Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen. Gestern Nachmittag wurde die rund eine Million Franken teure Investition nun auch noch offiziell eingeweiht. Gemeinsam mit den Verbandsgemeinden, Mitarbeitenden und Projektvertretern.

Die Anlage bereitet das erneuerbare Klärgas der ARA Langmatt zu Biogas auf, das sich ins SWL-Gasnetz einspeisen lässt. Biogas entsteht durch die Vergärung von organischen Abfallstoffen wie Grüngut und Klärschlamm. «Die SWL Energie AG produziert nun einen gewichtigen Anteil des im eigenen Netzgebiet benötigten Biogases selbst», erklärt SWL-Geschäftsführer Markus Blättler, der gleichzeitig auch den Abwasserverband Region Lenzburg führt. Mit einer Jahresproduktion von 5 GWh (damit können 1000 Erdgasfahrzeuge je 10'000 Kilometer weit fahren) ist die Menge des produzierten Biogases jedoch verschwindend klein im Vergleich mit dem gesamten Gasabsatz der SWL Energie AG von 268,3 GWh im vergangenen Jahr. Das Lenzburger Energieunternehmen gehört schweizweit zu den ersten Gasversorgern, die bereits beim Standard-Gasprodukt 10 Prozent klimafreundliches Biogas beimischen.

Energiegesetz macht zu schaffen

Weniger Freude als die Biogas-Anlage bereitet Blättler das neue Energiegesetz. Es sorgt auf breiter Front für heisse Köpfe. Der politischen Rechten geht die Vorlage zu weit. Die Teilrevision des Aargauer Energiegesetzes greife zu stark ins Privateigentum ein, heisst es, während dem die politische Linke eine noch weitergehende Regulierung befürwortet. «Die Bandbreite der Meinungen geht weit auseinander», sagt auch Markus Blättler. Blättler selbst hat eine dezidierte Haltung zur Vorlage zum neuen Energiegesetz. Der aktuelle Vorschlag sei «rückwärtsgerichtet und zu detailliert verfasst». Und weiter: «Wir sind der Meinung, man sollte das Kind nicht mit dem Bad ausschütten und auch nahestehende Lösungen nicht ‹verteufeln›», sagt er. Damit spricht Blättler nicht zuletzt auf Biogas an, das als praktisch CO2-freie Energie im neuen Regelwerk nicht als erneuerbare Energie vorgesehen ist. Zumindest im Moment noch nicht. Der SWL-Geschäftsführer sieht jedoch Morgenröte am Horizont: Die Politik hat noch nicht eingelenkt, doch werde beim Kanton Gesprächsbereitschaft gegenüber den Energieerzeugern signalisiert.

In der ARA Langmatt in Möriken-Wildegg reinigt der Abwasserverband Region Lenzburg das Abwasser von 15 Gemeinden. Und zwar jenes der eigenen 9 Verbandsgemeinden sowie der zwei Abwasserverbänden «Lotten» und «Schenkenbergertal». Letzteren gehören je drei Gemeinden an. In der Anlage in Möriken-Wildegg werden jährlich zwischen sechs und acht Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Die 1971 in Betrieb genommene Kläranlage ist während 365 Tagen rund um die Uhr in Betrieb.

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