Lenzburg

SWL Energie AG mit massiv tieferem Gewinn – Stadt erhält dennoch 1,2 Mio. Franken Dividende

SWL-Verwaltungsratspräsident Martin Steinmann (links) und Geschäftsführer Markus Blättler mit dem Award für den Aargauer Strompreis, mit dem die SWL Energie AG 2018 ausgezeichnet wurde.

Ein grosser Wunsch von SWL-Energie-Geschäftsleiter Markus Blättler hat sich zerschlagen: Das 100-Jahr-Jubiläum des Lenzburger Energieversorgers im Jahr 2022 findet nicht wie erhofft im vorgesehenen Neubau statt.

Die Stadt Lenzburg als Besitzerin der SWL Energie AG muss ihre geplanten Bauvorhaben an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen: Wegen der vom Regierungsrat im März verordneten Schliessung des KVs Lenzburg wird das Hünerwadelhaus per Mitte 2020 frei für eine neue Nutzung. Es könnte der Stadt beispielsweise als Verwaltungsgebäude dienen. Zudem hat sich Lenzburg um einen der vom Regierungsrat geplanten zwei neuen Mittelschulstandorte beworben. Die Rede ist vom «Alten Zeughaus» als Standort. Diesen beiden Vorhaben werden alle geplanten Projekte der Stadt untergeordnet, liess Verwaltungsratspräsident Martin Steinmann an der gestrigen Medienkonferenz zum Geschäftsjahr 2018 verlauten. «Es ist nicht möglich, mehrere Projekte in dieser Grössenordnung gleichzeitig zu stemmen.»

Minus 400 Heiztage

Zum Geschäftsgang des Energieversorgers äusserte sich Markus Blättler eher zurückhaltend. Margendruck und lange Schönwetterperioden wirkten sich auf das Geschäftsergebnis aus: Mit 2,94 Millionen Franken war der Gewinn um 31,5 Prozent tiefer als im Vorjahr. «Im Vergleich mit anderen Anbietern sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen», kommentierte Blättler das Resultat. Er sprach von einem soliden Ergebnis trotz schwierigem Umfeld. «Für die Energiebranche gibt es gutes oder schönes Wetter», hielt Blättler fest. «2018 hatten wir 2800 Heiztage, 400 weniger als im Vorjahr.» Das ist weniger optimal für das Energieunternehmen. Die Folgen für das Wärmegeschäft: Der Verkauf von Erdgas nahm um 2,1 Prozent ab, von Fernwärme gar um 15,3 Prozent. Einzig beim Strom nahm die transportierte Menge um 1 Prozent zu. Der Umsatz stieg leicht um 1,5 Prozent auf 54,74 Millionen Franken. Trotz massiv tieferem Gewinn gehen 1,2 Millionen Franken als Dividendenzahlung an die Stadt Lenzburg. Zusätzliche 200'000 Franken fliessen in verschiedene Sponsoringaktivitäten. Diese Entwicklung dürfte bei anhaltendem Geschäftsgang kaum so weitergehen. Allerdings ist die SWL Energie AG mit ihrer Eigenkapitalquote von 75 Prozent für die Stadt nach wie vor eine kleine Schatztruhe.

Der Preisdruck macht auch vor dem Geschäftszweig «Elektroinstallationen» nicht Halt. Die abnehmende Bautätigkeit in der Region mache sich langsam spürbar, sagte Blättler. Zudem seien im letzten Jahr Grossaufträge ausgelaufen, was zu steigendem Druck unter den Mitbewerbern geführt habe.

Zum künftigen Kurs der Firma hielt VR-Präsident Steinmann fest: «Wir sind offen für weiteres Wachstum.» Die Entwicklung der übrigen Energieversorger in der Region lassen Spielraum für die Zukunft offen: Sowohl Seon als auch Möriken-Wildegg/Niederlenz haben ihre Technischen Betriebe in Aktiengesellschaften überführt oder haben die Umwandlung in Arbeit.

Meistgesehen

Artboard 1