Der Erfolg dieses Lenzburger Jungunternehmens ist schier unheimlich: Als die «Schweiz am Wochenende» im vergangenen Oktober Nikin vorstellte, hat die Firma von Nicholas Hänny und Robin Gnehm (beide 27) neun Angestellte. Jetzt sind es bereits 15. Im letzten Herbst hatte sie 50'000 Bäume gepflanzt (für jedes verkaufte Produkt wird ein Baum gesetzt) – jetzt sind es schon über 160'000! Und Nikin ist über die Szene hinaus bekannt: Wie gestern bekannt wurde, ist das Aargauer Jungunternehmen für den renommierten «Swiss Economic Award 2019» nominiert worden. In der Kategorie «Produktion und Gewerbe». Die Chance steht 1 zu 3, dass Nikin 25'000 Franken gewinnen wird. Der Preis wird am Swiss Economic Forum (dem Pendant zum WEF für Schweizer Unternehmer) vergeben. Am 23. und 24. Mai werden sich 1350 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Interlaken BE treffen. Das Forum findet zum 21. Mal statt.

Monika Ribar ist Jury-Präsidentin

Für den «Swiss Economic Award 2019» konnten sich Firmen, die jünger als sieben Jahre sind, bewerben. Dieses Jahr taten das 200 Unternehmen. Sie mussten ein mehrstufiges Qualifizierungsverfahren durchlaufen. Nur neun (in drei Kategorien) schafften es für den Haupt-Pitch, der in einem Monat im Berner Oberland stattfinden wird. Die Pitches werden vom SRF live übertragen. Die 17-köpfige Jury wird von SBB-Präsidentin Monika Ribar geleitet. Dei Jury schreibt über Nikin: «Mit ihren erschwinglichen Modeprodukten steht die Marke für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise und inspiriert dazu, mehr Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.» Und: «Die Erfolgsgeschichte von Nikin ist beachtlich: Das Unternehmen verfügt über mehr als 40'000 aktive Kunden in der Schweiz und mehr als 10'000 im Rest der Welt. In den sozialen Medien hat Nikin mehr als 70'000 Follower.»

Alles begann bei einem Bier

Angefangen hat alles im Oktober 2016 bei einem Bier im Pub in Lenzburg. Nicholas Hänny und Robin Gnehm sind als Söhne eng befreundeter Familien aufgewachsen, Hänny in Lenzburg, Gnehm in Boniswil. Ökonom Nicholas Hänny steckte schon immer voller Business-Ideen, die er auch tatkräftig anpackte. Eine dieser Ideen war ein Turnsäckli, das er selber designte und hundertfach verkaufte. Beim Bier im Pub wurde Robin Gnehm, der Kreative, zum Geschäftspartner. «Ich wollte noch ein weiteres Produkt vertreiben», sagt Hänny. Mützen sollten es sein, aber nicht irgendwelche. «Ich war damals gerade von einem Sprachaufenthalt aus Kanada zurückgekommen», sagt Gnehm. Die Bäume dort hätten ihn fasziniert, und so hatte er das Logo für das neue Unternehmen mit dem Namen Nikin schon im Kopf, bevor es existierte: Ein schlanker, hoch gewachsener Tannenbaum. Er steht für die Marke und das Konzept von Nikin: Für jedes verkaufte Produkt wird ein Baum gepflanzt. Möglich macht dies die Partnerschaft mit der Organisation One Tree Planted, die auf der ganzen Welt Bäume setzt.

Nicht mehr aus Asien

Die ersten Mützen und T-Shirts kamen aus Asien. «Mit einem Startbudget von 5000 Franken wäre das gar nicht anders gegangen», sagt Hänny. Doch das passte nicht zur Philosophie von Nikin. Die Mützen werden unterdessen in Polen hergestellt, die Shirts in der Türkei. «Bei uns erhält man für 35 Franken ein T-Shirt aus Biobaumwolle, das in Europa produziert wurde», sagt Hänny. So können sich auch junge Leute faire Mode leisten.