Lebensraum
SVP-Grossrat Furer hält Podium mit Bruderer und Attiger für «Affront»

SVP-Grossrat Pascal Furer ärgert sich über Zusammensetzung und Termin des Forums «Wirtschaft trifft Politik». Das liess er diese Woche eine lange Liste von Adressaten in einem Mail wissen.

Fritz Thut
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SVP-Grossrat Pascal Furer.

SVP-Grossrat Pascal Furer.

Emanuel Freudiger

Der Gemeindeverband «Lebensraum Lenzburg Seetal» wird immer aktiver – und eckt nun ein erstes Mal an. Am 26. August findet in Lenzburg erstmals das Forum «Wirtschaft trifft Politik» statt. Zusammensetzung und Termin sind dem Staufner Gross- und Gemeinderat Pascal Furer in den falschen Hals geraten.

Furer, der zudem als Sekretär der SVP-Kantonalpartei amtet, stört sich, dass man zu den beiden einheimischen Wirtschaftsvertretern (Marianne Wildi, CEO Hypothekarbank Lenzburg, und Rolf Schmid, CEO Mammut Sports Group) zwei auswärtige Politiker für Referat und Podiumsdiskussion verpflichtete: Ständerätin Pascale Bruderer (SP, Nussbaumen) und Regierungsrat Stephan Attiger (FDP, Baden).

«Ich empfinde diese Veranstaltung als einen absoluten Affront gegenüber allen Grossrätinnen und Grossräten und insbesondere Ständerats- und Nationalratskandidatinnen und -kandidaten des ‹Lebensraums›», liess Furer diese Woche eine lange Liste von Adressaten in einem Mail wissen. Im Gespräch findet er «den Zeitpunkt, mitten in der heissen Phase des nationalen Wahlkampfs», noch schlimmer als die Besetzung.

Zugkräftige Leute hatten Vorrang

Obwohl man ein gewisses Verständnis für Furers Haltung aufbringt, versteht man bei den Verantwortlichen des «Lebensraums» die Aufregung nicht wirklich. Der Gesamtvorstand, in dem alle angeschlossenen 23 Gemeinden vertreten sind, habe an der Sitzung vom 25. März von Konzept und Details des Anlasses erfahren und «zustimmend Kenntnis genommen», wie Geschäftsführer Jörg Kyburz in der Antwort auf Furers Mail schreibt.

Der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann als «Lebensraum»-Präsident hätte es gerne gesehen, wenn Furer «die Kritik zuerst intern» angebracht hätte. In der Sache hätten bei der Besetzung des Podiums «zugkräftige Leute Vorrang gehabt».

Ruedi Würgler, Arbeitsgruppe Wirtschaftsforum: «Beim 'Forum Wirtschaft trifft Politik' geht es darum, regionale Bedürfnisse anzubringen.»

Ruedi Würgler, Arbeitsgruppe Wirtschaftsforum: «Beim 'Forum Wirtschaft trifft Politik' geht es darum, regionale Bedürfnisse anzubringen.»

Nadja Rohner

Für den Dintiker Gemeindeammann Ruedi Würgler, der in der Arbeitsgruppe «Wirtschaftsforum» die «Lebensraum»-Kerngruppen Wirtschaft und Politik vertrat, ist der Anlass explizit «keine Wahlveranstaltung für lokale Politiker»: «Beim Forum ‹Wirtschaft trifft Politik› geht es darum, regionale Bedürfnisse anzubringen. Dafür bieten wir eine Plattform mit Leuten mit Kantons- und Bundessicht.»

Furer mögen diese Begründungen nicht umstimmen: «Es ist und bleibt ein Affront.» Würgler kontert: «Am Forum kann jeder teilnehmen.» 5000 Einladungen an Betriebe wurden versandt. «Wir wollen eine Brücke bauen zwischen der ‹classe politique› und dem einfachen Volk.» Gemäss Veranstaltungs-Flyer muss man sich sputen: Heute Donnerstag ist Anmeldeschluss.

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