Meisterschwanden
Suchverkehr zum See soll unterbunden werden

Auch in Meisterschwanden ist der Verkehr mehr und mehr zum Thema geworden. Erster Entwurf eines Verkehrskonzepts sieht auch Tempo 30-Zonen vor, Bevölkerung kann mitwirken.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Der Suchverkehr zum See soll unterbunden werden.

Der Suchverkehr zum See soll unterbunden werden.

Jetzt geht die Gemeinde die Problematik an und versucht mit einem Verkehrskonzept, die negativen Auswirkungen der individuellen Mobilität in den Griff zu bekommen.

Ein umfassender Entwurf dazu liegt bereits vor. Er wurde der Bevölkerung am Donnerstag an einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Damit ist auch ein breit angelegtes Mitwirkungsverfahren angelaufen. Bis am 19. November kann die Bevölkerung auf einem Fragebogen nicht nur die bis jetzt geplanten Massnahmen beurteilen, sondern auch zusätzliche Ideen und Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation im Dorf einbringen.

Tempo 30 wird Thema

Im knapp 30 Seiten starken Papier sind – unterteilt für die Dorfregionen Meisterschwanden West und Ost sowie Tennwil – verschiedene mögliche Massnahmen aufgelistet. Zentral dabei ist die weitgehend flächendeckende Einführung von Tempo 30 in den Wohnquartieren. Auf bauliche Veränderungen wie Schwellen oder Verengungen soll dabei weitmöglichst verzichtet werden.

Erarbeitet hat die Grundlagen für das Verkehrskonzept eine breit abgestützte Arbeitsgruppe. Ihr gehören insgesamt 21 Mitglieder an. Darunter Gemeindeammann Kurt Kaufmann, Bauverwalter Urs Weiss, Bauamtschef Stefan Vatter und Schulpflegepräsident Jürg Schneiter ebenso wie ein Vertreter der Regionalpolizei, mehrere Fachplaner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung aus verschiedenen Ortsteilen.

Grundlagen sorgfältig erarbeitet

Der vorliegende Massnahmenkatalog beruht auf sorgfältig erarbeiteten Grundlagen. Wo sind in den vergangenen 10 Jahren Unfälle passiert und wie schwer waren diese? Auf welchen Strassen wird wie schnell gefahren? Wo fehlen Fussgängerübergänge und -Verbindungen? Was für besonders gefährliche Stellen gibt es? Mit diesen und vielen weiteren Fragen hat sich die Verkehrskommission intensiv befasst und aufgrund der Antworten den Handlungsbedarf festgelegt.

Es liegt allerdings auf der Hand, dass in den vorliegenden Konzept-Entwurf nicht nur dringende, sondern auch vorderhand lediglich wünschbare Anliegen eingeflossen sind. Schliesslich soll das Papier keine Eintagsfliege sein, sondern dem Gemeinderat auf lange Sicht als Planungsinstrument dienen.

Tennwil besser anbinden

So wünschen die Tennwiler, gleich in mehrerer Hinsicht besser an ihre «Muttergemeinde» angebunden zu werden. Etwa mit einer Verlängerung des WM-Busbetriebs in ihren Dorfteil oder einer direkten Fuss- und Radwegverbindung zur Schulanlage Eggen.

Sonst ähneln sich die Probleme in den Dorfteilen: Mehr sichere Übergänge an den Hauptverkehrsachsen, die Sanierung der viel befahrenen Knoten mit Kreisverkehr oder anderen Massnahmen, Unterbindung des Suchverkehrs zum See, Verbesserung der Übersicht an Kreuzungen, einheitlichere und deutlichere Signalisationen, Verbesserung der Situation für Fussgänger und Radfahrer.

Der Konzept-Entwurf geht jetzt in die öffentliche Vernehmlassung. Danach wird er überarbeitet und allenfalls ergänzt. Wie Gemeindeammann Kurt Kaufmann an der Orientierungsversammlung festhielt, sollen zumindest jene Massnahmen die sich problemlos realisieren lassen, möglichst rasch umgesetzt werden.