Stromkosten
Warum die «Seerose» und das «Mürset» den Gästen einen Energiezuschlag verrechnen

Den Gästen der beiden Aargauer Betrieben der «Balance Familie» wird seit letzter Woche auf die Rechnung ein Zuschlag von fünf Prozent aufgeschlagen. Inhaber Felix Suhner erklärt, weshalb und welchen Fehler er gemacht hat.

Nadja Rohner
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Wer in der «Seerose» Meisterschwanden oder im «Mürset» (12 Gault-Millau-Punkte) im Aarauer Schachen einkehrt, zahlt seit letzter Woche mehr: Wie Tele M1 berichtet, wird in diesen Betrieben neu ein Energiezuschlag von fünf Prozent auf die Rechnung erhoben.

Das Seerose Resort und Spa in Meisterschwanden.

Das Seerose Resort und Spa in Meisterschwanden.

Britta Gut

Dasselbe gilt für die anderen Betriebe, die zur «Balance Familie» gehören. Also auch für das «Bad Bubendorf Hotel» im Baselland, das «Sonne Seehotel» in Eich LU, das «Seeblick Höhenhotel» in Emmetten NW, und das «Bad Ramsach Quellhotel» in Läufelfingen BL.

Zu tun hat dies damit, dass Grossbetriebe mit einem Verbrauch von über 100'000 Kilowattstunden pro Jahr ihren Lieferanten selber auswählen können (die Netzkosten bezahlen sie indes am Standort). Die «Balance Familie» bezieht ihren Strom beim Elektrizitätswerk Obwalden (EWO). Und zwar nicht zum Fix-, sondern zum Tagespreis. Das bedeute bei der aktuellen Strompreisentwicklung eine Verzehnfachung des Preises pro Kilowattstunde, sagt Felix Suhner, Inhaber der «Balance Familie». «Wenn ich gewusst hätte, dass die Stromkosten so steigen, hätte ich vor zwei Jahren den Stromtarif fest abschliessen müssen so lange, wie es geht. Das war ein Fehlentscheid meinerseits», betont er gegenüber Tele M1.

Felix Suhner, Unternehmer und Inhaber der «Balance Familie»

Felix Suhner, Unternehmer und Inhaber der «Balance Familie»

Ruth Steiner

Die Margen im Gastrogewerbe seien gering, führt er im Gespräch mit der AZ aus. Die Mehrkosten für Strom hätten deshalb «massive Auswirkungen»: «Die Betriebskosten steigen dadurch so stark, dass wir das schlicht nicht selber tragen können.»

Auf den Energiezuschlag von fünf Prozent würden die Gäste via Zettel bei den Eingängen, den Speisekarten und auf der Website hingewiesen, damit niemand überrascht werde.

Der Saal Müvée im Restaurant Mürset in Aarau.

Der Saal Müvée im Restaurant Mürset in Aarau.

Severin Bigler

Und die Reaktionen? «Dort, wo man sich austauschen kann, treffen wir auf viel Verständnis», sagt Suhner. In anonymen Online-Kommentaren hingegen werde viel Kritik geäussert, mitunter auch unter der Gürtellinie. Suhner betont: «Wir wollen so transparent wie möglich sein.»

Einfach die Mehrkosten bei den Betriebskosten einzurechnen und die Zuschläge direkt in die Essenspreise einzurechnen, wie es «Gastro Aargau» empfiehlt, hätte er nicht als transparent empfunden. Und Suhner verspricht: Wenn sich die Situation ändere, falle der Energiezuschlag wieder weg.