Mathias Blaser vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat derzeit alle Hände voll zu tun. Die Kantonstrassen in der Region sind in die Jahre gekommen. In Schafisheim werden für rund 17 Millionen Franken die Seetalstrasse und die Lenzburgerstrasse erneuert – voraussichtlicher Baustart ist im Frühling 2019.

Nun ist die Reihe an der Hauptstrasse K 247 im benachbarten Hunzenschwil. «Die Strassenbeläge sind zwischen 30 und 40 Jahre alt. Eine Sanierung ist deshalb angezeigt», sagt Projektleiter Blaser. Geplant ist für total 9,23 Millionen Franken die Ortsdurchfahrt Hunzenschwil von der Lichtsignalanlage Richtung Autobahn beziehungsweise nach Lenzburg bis zur westlichen Dorfgrenze unweit des Möbelzentrums Märki zu erneuern und wie in Schafisheim ebenso geplant mit einem modernen Flüsterbelag zu versehen; der vorgesehene Streckenabschnitt ist 1575 Meter lang.

Gleichzeitig mit der Sanierung sollen die Werkleitungen ersetzt und die Ortsdurchfahrt mit gestalterischen Elementen aufgewertet werden. Am kantonalen Strassenbauprojekt hat sich die Gemeinde Hunzenschwil mit 4,6 Millionen Franken zu beteiligen. Der Kredit ist für die kommende Wintergmeind vom Freitag, 16. November traktandiert.

Viele sicherheitstechnische Mängel

In Hunzenschwil geht es jedoch um mehr als nur um die Sanierung der Hauptstrasse: Bei einer Überprüfung zeigte sich den Verkehrsexperten nämlich, dass die Hauptstrasse durch das Dorf auch in sicherheitstechnischer Hinsicht längst nicht mehr heutigen Normen entspricht, erklärt Projektleiter Mathias Blaser. «In sicherheitstechnischen Belangen haben sich an 104 Orten Defizite ergeben.» Diese sollen im Zuge der Sanierungsarbeiten ebenfalls behoben werden. Zu den augenfälligsten Mängeln gehört etwa die Bushaltestelle «Korbacher», welche von den Buslinien 394 und 396 der Regionalbus Lenzburg AG bedient wird. «Die Bushaltestelle entspricht nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG). Bei der Haltestelle muss die Kante erhöht werden, damit im Regionalbus ein hindernisfreies Ein- und Aussteigen in Zukunft möglich ist», erklärt Blaser.

Als weiteren wunden Punkt in der Hunzenschwiler Verkehrssicherheit bezeichnet Blaser die kantonale Radroute, die beim Restaurant Kastanienbaum die Hauptstrasse quert. Hier sind ebenfalls Massnahmen vorgesehen.

Für die Fussgänger soll sich die Situation inskünftig ebenfalls verbessern. An verschiedenen Orten im ganzen Dorf werden bestehende Fussgängerstreifen aufgewertet und neue Strassenquerungen geschaffen. Zum Beispiel beim «Gärtliacher», wo die Kindergärtler auf dem Weg in den Kindergarten die Kantonsstrasse überqueren müssen, wird der bestehende Fussgängerstreifen in der Strassenmitte um eine Schutzinsel erweitert. Zudem wird das bestehende Trottoir am westlichen Dorfrand verlängert bis hin zum Möbelhaus Märki. Ebenso saniert werden sollen die Personenunterführung im Dorfzentrum und die «Eindolung Chräbsbach», die beide im Besitz des Kantons sind.

Bund leistet Beitrag

Die neue Ortsdurchfahrt Hunzenschwil ist im Agglomerationsprogramm 2. Generation des Bundes mit der Priorität «A» enthalten, weshalb sich der Bund mit einem Beitrag am Projekt beteiligt. Der Betrag dürfte sich laut Mathias Blaser in einer Grössenordnung von rund 0,8 Millionen Franken bewegen.

Der effektiv geleistete Zuschuss wird je hälftig dem Kanton und der Gemeinde Hunzenschwil zugutekommen. Ebenfalls seine Lebensdauer erreicht hat der Belag der Autobahnbrücke (A 1). Im Zuge der Kantonsstrassensanierung wolle das Bundesamt für Strassen (Astra) Massnahmen für den Erhalt der Brücke erarbeiten, heisst es.